Diabetesfragen > CGMS
Freestyle Libre II zeigt völlig verkehrte Werte gegenüber der Blutmessung an
Gyuri:
--- Zitat von: mellituso am Februar 20, 2019, 15:10 ---(…)
Hiermal ein Zitat eines Anwenders:
"Hierfür haben wir alle drei genannten Apps auch ausprobiert. Wir haben uns aus einigen Gründen für Glimp entschieden:
(… für mich nicht relevant)
- Glimp ist die einzige Software, die die gemessene Blutzuckerkurve auf Basis von blutigen Messungen verbessert. Hintergrund ist, dass die Messungen im Fettgewebe nicht so genau sind, wie im Blut und der Blutzuckerwert interpoliert wird. Hinzu kommt, dass die Freestyle-Libre-Sensoren nicht alle gleich funktionieren und im Laufe der 14-Tage unterschiedlich gut funktioieren. Blutige Messungen sollte man bei Glimp eintragen und Glimp verbessert damit das Ergebnis. (Diese Funktion ist extrem gut, weil die Werte des originalen Lesers mitunter ziemlich schlecht sind.)
- Glimp kann man so einstellen, dass nicht nur die Messkurve angezeigt wird, sondern auch die Maximum-, Minimum- und Durchschnittskurve. Diese Kurven möchten die Diabetes-Ärzte auch gerne auswerten."
(…)
--- Ende Zitat ---
Da will ich dann doch wieder meine höchstpersönliche Meinung dazu äußern :dagegen:
Aus einzelnen blutigen Messungen kann man keine vernünftige Verlaufskurve erstellen, außer man misst sehr oft. Libre arbeitet mit bis zu 96 historischen Aufzeichnung über den Tag verteilt.
Vor Libre erstellte ich mit Excel auch Verlaufskurven über jeweils 9 Einzelmessungen, möglichst gleichmäßig über den Tag verteilt. Allerdings orientierte ich mich mehr nach den Ereignissen als nach der Uhrzeit. Hätte ich zweifel gehabt, dass mir die Libre-Software nicht die mir wichtigen Informationen liefert, hätte ich ein Makro im Excel entwickelt, in dem meine Tabellenkalkulation wie bisher arbeitet, aber mit den exportierten Libre-Daten.
Ich habe nicht nur aus Faulheit darauf verzichtet. :zwinker:
All das, was Glimp hier offensichtlich kann, kann meine Excelsoftware schon und kann auch die Libre-Software, wenngleich sich dort vieles nicht oder nur schlecht einstellen lässt.
Ich habe überall eine "Maximum-, Minimum- und Durchschnittskurve" nur dass Libre mit dem Meridian und Perzentile arbeitet und ich Mittelwert und Standardabweichung bevorzuge. Die Unterschiede sind dabei maginal und können vernachlässigt werden.
btw: die allerwenigsten Diab-Docs die ich kennen gelernt habe, konnten mit meinen Kurven etwas anfangen. Mein letzter Diab-Doc arbeitete mit den gleichen Diagrammen wie ich und seine Nachfolgerin wohl auch. Eine andere Ärztin meinte zu mir sogar, sie will die Messungen Tabellarisch aufgelistet haben, weil sie Diagramme nicht beurteilen kann.
Wir kamen nicht sehr lange miteinander aus …
--- Zitat von: mellituso am Februar 20, 2019, 15:10 ---
PS. Hätte gerne hierzu Fragen gestellt, hat das hier keiner?
--- Ende Zitat ---
Ich habe so etwas nicht und ehrlich gesagt auch noch nicht vermisst.
--- Zitat von: mellituso am Februar 20, 2019, 15:10 ---Ich bin ja auch schon sehr alt, jedoch verschliesse ich mich nicht neuen Techniken und Möglichkeiten, auch wenn mir dies vom Prinzip oft eigentlich nicht zusagt. Es ist halt so, ohne App gibts nichts mehr, was tauglich wäre(übrigens Libre ist eigentlich für Typ II Diabetiker).
--- Ende Zitat ---
Mit 66 bin ich auch nicht mehr der Jüngste und ich habe mein ganzes Berufsleben fast nichts anderes getan als Messdaten statistisch aufzuarbeiten und daraus Prüberichte zu erstellen. Eine zeitlang tat ich das sogar in einem Kalibrierlabor.
Und kommen wir zu meinem heftigsten Kritikpunkt bezüglich Glimp. :dozent:
Libre ist keine Spur "ungenauer" als ein blutiges Messgerät. Weil da zwei grundveraschiedene Dinge gemessen werden, ist es auch ganz natürlich, dass es keine Übereinstimmung der Messergebnisse geben muss. Das habe ich schon x mal hier geschrieben und mir wurde auch schon x mal wiedersprochen. Das ist nun mal so, ändert aber nichts an meiner Überzeugung.
Beide (oder gar ALLE) Systeme sind für sich betrachtet für unsere Anwendung als Diabetiker genau genug.
Wer eine Strategie anstrebt zu der er blutige Messungen braucht, ist er schlecht beraten, mit Libre zu arbeiten. Und wer mit Libre arbeitet und sich über die Besonderheiten im Vergleich zur blutigen Messung im Klaren ist, sollte möglichst nicht auch mit blutigen Messergebnissen arbeiten, weil es dann zu Problemen kommen kann.
Das Libre nach einem anderen System zu "kalibrieren" ist messtechnisch der größte Blödsinn den man verbrechen kann. Ich glaube allerdings (wissen tu ich nix) dass Abbott sehr wohl Korrekturwerte einprogrammiert hat, um auf ÄHNLICHE Werte zu kommen. Manchmal klappt es - manchmal weniger.
Messdaten so umzurechnen, dass sie vielleicht besser zu blutig gemessenen Werten passen ist und bleibt Murks und hat überhaupt nichts mit Kalibrieren zu tun.
Kalibrieren kann man nur unter gleichen Bedingungen, besonders gleicher Sensoren, wenn die Referenzmessung deutlich genauer zuverlässiger ist als die des Prüflings.
Ich weiß nicht, worauf du dich berufst, wenn du den Sinn von Libre mehr bei Typ2ern siehst? :gruebeln:
Ich bin aber inzwischen fast schon der gleichen Meinung, weil alle Strategien, die ich erfolgreich mit Libre verfolge, von Typ1ern als undurchführbar empfunden werden. :duck:
Ich quatsche keinem Typ1er mehr rein. Wenn mein Vorgehen nicht passt, kann es wohl nur bei so ähnlichen Diebetikern wie mich passen.
Es soll aber Typ2 Diabetiker geben, die ganz begeistert sind, typische Typ1-Strategien zu verfolgen. :balla:
mellituso:
Hallo Gyuri,
--- Zitat ---Das Libre nach einem anderen System zu "kalibrieren" ist messtechnisch der größte Blödsinn den man verbrechen kann. Ich glaube allerdings (wissen tu ich nix) dass Abbott sehr wohl Korrekturwerte einprogrammiert hat, um auf ÄHNLICHE Werte zu kommen. Manchmal klappt es - manchmal weniger.
--- Ende Zitat ---
Das Wort Kalibrieren wird wohl nur benutzt weil es am ehesten, in dem Zusammenhang, denn Sinn veranschaulichen soll was die App versucht anzugleichen.
Laut meinem Diabetologen soll ich die benutzen!
Wenn Algorithmen die Börsen dieser Welt beherrschen usw. dann traue ich auch Glimp etwas mehr zu als Du.
Mein Motiv ist doch ganz einfach zu verstehen. Relativ gesehen ist die Blutmessung grundsätzlich genauer als eine Gewebemessung (im Oberarm).
Zusätzlich kommt eine Zeitverzögerung von ca. 20 Minuten zum tragen.
Dazu hat der Libre Sensor öfters, von Haus aus, kleine und große Ungenauigkeiten in seinem Messergebniss. Das wäre mir egal, wenn dies kontinuierlich z.B. immer 20 Punkte zu wenig wäre, dann könnte man dies ja im Kopf dazuzählen und gut ist.
Das Problem wieviel spritze ich jetzt oder nicht wird größer, weil ich nicht genau sagen kann spinnt der Sensor jetzt nach oben oder gerade nach unten oder ist der Wert relativ gesehen(zu meinen Erfahrungswerten)gerade "richtig".
Da die Blutmessung für mich eindeutiger ist und an einigen Stellen in die App gegeben wurde, erkennt der Algorithmus das der Sensorwert so wahrscheinlich nicht ideal passt und nimmt eine Korrektur vor. Ich kann aber dann auch mit dem Libregerät scannen und Vergleichen.
Zusätzlich kann ich eine Blutmessung dranhängen und so den Algorithmus kontrollieren.
Ich kann also überprüfen(muss ich ja nicht ständig) wie nah ich an einer Blutmessung liege.
Es geht eigentlich nur wie relativ genau ich das Ergebnis über Glimp empfinde! Ist es für mich etwas besser meine Spritzeinheiten zu bewerten, liege ich nun "richtiger" oder nicht,sind Ausreißer minimiert oder nicht.
Und dies werde ich in jedem Fall ausprobieren, weil es immer ein Versuch wert ist und nix kostet.
--- Zitat ---Es soll aber Typ2 Diabetiker geben, die ganz begeistert sind, typische Typ1-Strategien zu verfolgen
--- Ende Zitat ---
Hab ich am Anfang auch gemacht, in bescheidenem Rahmen. Seit dem ich das mit dem dicken Daumen gut hinbekommen habe, geht es nur darum, dass mein "Schätzsystem" möglichst nicht durcheinander gebracht wird.
mfG. mellituso
PS. vielleicht hattest Du ja auch besonderes Glück mit deinen Sensoren :-)
Gyuri:
Ich war im Dezember 2018 im Krankenhaus und sagte schon bei der Aufnahme: "Finger weg von meinem Diabetes-Management!" :schimpf:
Man ließ mich zwar machen, kontrollierte aber nach deren Schema vier mal täglich den Blutzucker.
Ich führte immer vorher einen Scan durch und sagte der Schwester was sie jetzt gleich messen würde. Ich lag meist weniger als 5mg/dl daneben. 8)
Ich richtete mich aber beim Spritzen nicht an den geschätzten Blutzuckerwert, sondern schon mehr nach dem erfassten Libre-Ergebnis, welches so um die 20 … 25% niedriger war.
(es war natürlich eine gehörige Portion Glück dabei. Bei anderen Vergleichen außerhalb des KH hatte ich auch mal höhere Ergebnisse
… und die hatten nie etwas mit dem immer wieder von Abbott zitierten Zeitversatz von 5 bis 15 Minuten zu tun. Das kann man ganz gut sehen, wenn man sich nicht nur mit den Scanwerten begnügt sondern sich in einer ruhigen Stunde auch die historischen Daten der Exportdatei anschaut. Hierbei tauchen dann Abweichungen auf, die eine "Kalibrierung" ad absurdum führen.
Was hatte ich im Krankenhaus aus meinem Scan-Ergebnis gerechnet? Ich habe so um die 20 bis 25 % draufgeschlagen. Das war dann genau genug um die Leute dort zu verblüffen.
Ganz grob gesagt: Ich hade meinen Zielbereich innerlich auf 50 bis 150mg/dl gesetzt, was natürlich im Libre nicht geht. Darum steht da der eingegrenzte Zielbereich von 70 bis 130mg/dl drin. "Normal" halte ich aber die 50 bis 150mg/dl locker ein.
Interessant ist auch, dass von der Libre-Software ein HbA1c geschätzt wird, welches dann vom Labor etwas höher gemessen wird. Wenn Libre vorhersagt ich hätte 5,4% oder so, dann meint das Labor, dass es (aktuell) 6,5% seien. Das weiß ich im Voraus und darum setze ich im Libre meinen Zielbereich auch so niedrig ein.
btw: Mit 6,5% bin ich mehr als zufrieden, zumal ich diesem Langzeitwert noch nie eine große Bedeutung beigemessen habe.
mellituso:
Hallo zusammen,
besten Dank für die Antworten. Die Ausreißer gegenüber der Blutmessung waren bei mir halt öfter zu groß, sonst hätte mein Diabetologe nicht Glimp ins Spiel gebracht.
@ SCHM
danke im Besonderen für den Link, da hatte ich wohl was übersehen.
Meine erten Messungen(heute) mit Smartphone an den Sensor halten funktionierte das Einlesen auf die App.
Das war Krass, ein Wert über 250, die Blutzuckermessung war 101. Die 101 habe ich dann in die App eingetragen.
Die nächste Blutzuckermessung war zufällig wieder 101 und die Messung über das Smartphone, also die App jetzt zufällig auch 101.
Dies kann an sich mit so wenig Blutzucker Eingabe auf die App noch gar nicht funktionieren, war wohl eher Zufall.
Wie dem auch sei, bin mal gespannt, wie das weiter geht.
mfG. mellituso
mellituso:
Hallo @ ALL,
SORRY, habe oben was falsches gepostet!
Das Glimp tut es NICHT(hbe wohl meinen eigenen Blutzucker Eintrag gesehen).
Wobei der allerrste Eintrag auf der App nicht von mir stammen kann. :boese:
Wenn ich das Smartphone an den Sensor halte brummt und vibriert es nach ca. 5 Sekunden und es kommt auf dem Display eine Meldung, die man nur sieht, wenn man schnell ist. Es kommt, auf englisch, ungefähr so:
"Der Sensor wurde nicht gefunden, der Abstand war sicher zu groß..."
Letzteres ist Quatsch, da ich den Arm frei hatte und das Smartphone direkt im Kontakt.
Vielleicht oder wahrscheinlich hat SCHM recht:
--- Zitat ---Soweit ich weiß, ist noch nicht geklärt, ob Glimp überhaupt die Daten des FSL2 verarbeiten kann. Abbott hat wohl irgendetwas an der Datenübertragung und/oder Verschlüsselung geändert. Und die Entwickler von Glimp sitzen in Italien, wo es noch kein FSL2 gibt.
--- Ende Zitat ---
Da hab ich mich wohl zu früh gefreut, tut mir Leid, dass ich eine Falschmeldung gegeben habe.
mfG. mellituso
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