Neueste Beiträge

Seiten: 1 2 3 4 5 ... 10
21
Meine Frau und ich sind "scheinbar" ganz andere Diabetiker Typ2?  :zwinker:

Irgendwann vor vielen Jahren (aber schon insulinpflichtig) änderte ich meine Strategie, noch vom Hausarzt empfohlen auf ICT, jedoch ohne diesen Begriff zu kennen.
Ein bekannter Berater von Aventis hatte mir erzählt, ein Typ1 würde von ihm nun mit schnellem und langsamen Insulin versorgt … und er erklärte mir ganz grob die Vorteile dieser (für mich namenlosen) Strategie. Mein Hausarzt "spielte mit" und verschrieb mir die beiden Insuline … und wusste aber, dass ich schon mit der (eigenen) Statistik meiner Blutzuckerwerte "das Richtige" tun würde.

Was ich NICHT tat: ich führte keine Versuche mit Traubenzucker durch, nicht zuletzt, weil das ja nicht in meine Ernährungsgewohnheiten passte.
Und nur am Rande: die Berechnung mit "BE" ließ ich sehr bald sein, weil mir mein Vater (auch Typ2) sagte, wieviele Gramm Kohlenhydrate in den verschiedenen Lebensmitteln seien, kann man ÜBERALL lesen. Die umständliche Umrechnung schaffte er (auch Mathematiker/Statistiker) für sich ab.  :super:

Weil ich mit meinen bisherigen, zuerst festen Insulineinheiten zu bestimmten Tageszeiten zurecht kam und weil ich meine meist gleichen Kohlenhydrate kannte, rechnete ich mir meine Faktoren aus.
Die Rechnerei wurde dann leichter, als ich erfuhr, dass 10 Gramm Kohlenhydrate inzwischen mit 1 KE angegeben werden.

Die ganze Rechnerei mit den benötigten Insulineinheiten waren und sind aber recht ungenau, weil man Mit der Formel:
I.E. = FaktorKE * KE

Sowohl bei Faktor als auch bei den KE die im Mund/Magen landen um mehr oder weniger große Schätzwerte handelt. :kreisch:

Ich weiß, ein Typ1 braucht es "etwas" genauer.

Aber mir genügt es, wenn ich vor dem Essen in MEINEM Zielbereich bin (z.Zt. 80 bis 180mg/dL)
Das KE-Schätzen habe ich normal schon drauf
und mein FaktorKE von 4 - 3 - 3 hat sich bewährt.  :coolman:

Korrigiert (mit Insulin und/oder Traubenzucker) wird in aller Regel nie.
Aus zahllosen FSL- und Dexcom-Verläufen weiß ich GANZ SICHER, dass auch sehr hohe Werte sich von selbst wieder einregeln.
Wieso sollte ich etwas spritzen, wenn es auch ohne geht?
Allerdings:
Wenn sich die hohen Berge im Verlauf häufen, merke ich mir was ich da gegessen hatte und spritze zukünftig mit einem SEA. (wenn ich es nicht vergesse  :rotwerd: )

Und noch was: Korrektur VOR dem Essen wird zwar in Schulungen gelehrt, ich sehe aber aus Prinzip davon ab.  :baeh:
Was spritzt man den da weg? Es ist der Versuch, Spritzfehler bei der letzten Mahlzeit im nachhinein zu richten.
"Wichtig" sind nicht einzelne Blutzuckerwerte!
Spätestens seit den kontinuierlichen Aufzeichnungen von FSL und/oder Dexcom sehen wir, wie sich die Zuckerwerte im Ganzen entwickeln.
"Statistik sei Dank"

Und damit man sieht, wie es bei mir nach einem Umstellversuch aussieht, habe ich meiner Diabetologin drei AGP-Berichte (vorher, Umstellung, zurück zum Bewährten) gezeigt.

(größer durch CLICK)

Hier ist nur der letzte AGP Bericht.
Ich hatte zuvor auf Metformin verzichtet, weil ich hoffte ohne ihm auszukommen.

In diesen 14 Tagen hatte ich einen G7-Sensor, der mich nachts mit Fehlalarmen aus dem Bett rief.
Alle aufgezeichneten Werte unter 55mg/dL wurden blutig gegengemessen. (immer > 85mg/dL!)


Ach ja, meine Frau!
Sie bekahm in Bad Mergentheim ein Schema verpasst, nachdem sie keine KEs mehr schetzen sollte, sonder immer fleißig vor dem Essen die Esssünden beim letzten Essen korrigieren sollte.  :balla:
Mit grünem Licht von unserer Diabetologin hat sie jetzt auch eine "Faktoren-Strategie" ähnlich wie ich sie mir ausgedacht habe. Natürlich mit anderen Faktoren und auch mit einem anderen Langzeitinsulin.
Meine Frau ist nach einem Schlaganfall Schwerbehindert und benötigt meine Hilfe. mit ihrem Faktoren-Spritzplan kommt sie aber zurecht, nur halt weniger mit dem KE-Schätzen.
Dennoch kommt sie inzwischen auf einen GMI von 7,5%.
Ich bin meistens unter 7%.

Mein Kardiologe verriet mir neulich, dass jetzt bei (herzkranken?) Typ2ern ein HbA1c von 7% angeraten wird … so ähnlich, wie es im AGP von Dexcom bei GMI auch steht (Ziel < 7%)
Die Komplikationen bei häufigen Unterzuckerungen seien lt. Kardiologe sehr groß.
22
Wie soll ich dann ohne Korrekturbolus den BE-Faktoren bestimmen?

BE-Faktoren haben nichts mit dem Korrekturbolus zu tun. Die sagen dir nur, wieviel Insulin du pro BE benötigst.
Ich würde aber mit KE arbeiten, das kann man einfacher im Kopf rechnen. Eine BE sind 12g Kohlenhydrate, eine KE sind 10g Kohlenhydrate.
Und es ist einfacher, etwas durch 10 zu teilen als durch 12.

Aber ich kann dir nicht sagen, nimm einfach mal den Faktor 2. Es könnte sein, dass der für dich schon viel zu hoch ist und du landest dann in einer Unterzuckerung.
Wie gesagt: besprich das mal mit deinem Diabetesteam (Arzt und Diabetesberaterin)

Zitat
Wir haben eine Schulung durch,  wir stocken leider immer bei den Suppen und Reis und Nudeln

Die sind auch schwierig.
Ich mache das bei unbekannten KH-Mengen immer mit Trial&Error. Dazu messe/wiege ich das immer ab, damit ich eine reproduzierbare Menge habe.
Dann gebe ich dazu einen Standard-Bolus (wie bei ähnlichen Mahlzeiten) und schreibe mir auch dazu immer alles auf.
Beim nächsten Mal weiß ich dann, ob ich diesen Standard-Bolus wieder so nehmen kann, oder ob ich etwas mehr bzw. weniger abgeben muss.
Ich kann das bei mir so machen, weil ich keine Angst vor Unterzuckerungen habe, da ich weiß, dass ich sie rechtzeitig spüre und dann wieder beheben kann.
Aber ich werde niemals einem Fremden sagen, wieviel er spritzen soll, wenn ich nicht dabei bin und ggf. Hilfe leisten kann. Das wäre unseriös.

Viele Grüße
Jörg
23
Zitat
Das besprichst du am besten mit deiner Diabetesberaterin. Die kennt auch deine Anamnese, sonstige Medikation und deine Laborwerte.
Ich kann dir gerne grundsätzliche Fragen beantworten, aber nicht spezielle zu deiner persönlichen Therapie.
Das werde ich, aber mich würde trotzdem auch andere Meinung interressieren  und was man sonst in diesen Fall macht
Ich habe bis jetzt auch vorm Essen keine korrektur spritzen müssen bzw. sehr selten
Wie soll ich dann ohne Korrekturbolus den BE-Faktoren bestimmen?


Zitat
Du könntest in deiner Praxis ja mal nach einer Diabetes-Schulung fragen. Da lernt man dann u.a. auch, worauf man beim Kochen achten sollte.

Ich kann dir dazu nichts Konkretes sagen, ohne das Risiko in Kauf zu nehmen, dass du in eine Unterzuckerung abrutschst.
Und das ist mir zu heikel.

Wir haben eine Schulung durch,  wir stocken leider immer bei den Suppen und Reis und Nudeln
Es soltte ja ein Tip sein, wie man sowas allgemein berechnet von Suppen
Wenn man zum Beispiel
Der Topf hat ein Volumen von 4 L
drei Maggi Würfel Gemüsebrühe nimmt und  auf der Packung steht auf 100 ml entspricht 0,6 gramm Kohlenhydrate
Ein ganzen Beutel TK Suppengemüse 1000 gramm und auf der Packung steht 100 gramm entspricht 4,3 g Kohlenhydrate
Buchstabennudeln ca 200 gramm  auf der Packung steht 100 g ungekocht hat 69 gramm Kohlenhydrate
Das sollte in diesen Beispiel ein Ansatz sein, wie man Suppen berechnet pro Potion ( 8 Portionen )
Viele Grüße
Martin
24
Soll ich jetzt die 30 Regel nehmen oder hat sich was geändert durch den Test ohne Traubenzucker?
Ich muss ja dann als nächsten Schritt BE-Faktoren bestimmen oder ?
Und dann Feinarbeit in BE-Faktoren machen

Das besprichst du am besten mit deiner Diabetesberaterin. Die kennt auch deine Anamnese, sonstige Medikation und deine Laborwerte.
Ich kann dir gerne grundsätzliche Fragen beantworten, aber nicht spezielle zu deiner persönlichen Therapie.

Zitat
Ich und meine Frau planen ab nächste Woche Morgens und Abends, die Mahlzeiten durch ein Shake zu ersetzen
Soll ich da was Spritzen morgen und Abends?

:nixweiss:
Siehe oben: Das findest du am besten selbst heraus. Es kommt ja immer darauf an, was da drin enthalten ist und wie du darauf reagierst.

Zitat
Wir habe noch Schwierigkeiten mit zum Beispiel von frischer Suppe
Wir kaufen Suppengemüse und nehmen die Maggi Würfel und dazu noch etwas Buchstabennudeln und haben immer ein 5 Liter Topf
Das jetzt auszurechnen klappt nicht gut

Du könntest in deiner Praxis ja mal nach einer Diabetes-Schulung fragen. Da lernt man dann u.a. auch, worauf man beim Kochen achten sollte.

Ich kann dir dazu nichts Konkretes sagen, ohne das Risiko in Kauf zu nehmen, dass du in eine Unterzuckerung abrutschst.
Und das ist mir zu heikel.

Viele Grüße
Jörg
25
Ich frage mich wie du auf 30 kommst?!?
Kannst du mir ein Beispiel geben mit meinen Zahlen, ich stehe anscheinend auf Schlauch....

Ich vergleiche da einfach den Höchststand mit dem Endstand. Und da liegen bei dir ungefähr 30 mg/dL dazwischen.

Allerdings habe ich jetzt gerade erst bemerkt, dass du DM2 bist, also war meine Antwort auch nicht 100%ig korrekt.
Bei dir weiß man ja nicht, wie viel Insulin deine eigene BSD noch beisteuert.

Der Verlauf bei deinem Test ist aber okay.
Vielleicht könntest du ja mal testen, wie es aussieht, wenn du bei einem BZ unter 140 eine BE Traubenzucker nimmst und da kein Insulin zugibst.
Es würde mich nicht wundern, wenn du nach 3h wieder auf einem normalen Niveau landest.

Viele Grüße
Jörg
Ich hatte extra nur 7 Tage genommen , weil vorher die Basalrate nicht stimmte.
Ich lese mir das mal durch den Link und schaue mal ob es dieses Buch für Kindle gibt
Meine Diabetesberaterin sagte mir ich soll ein Ziel Bereich von 120 mg/dl nehmen.
Ich habe hier mal gefragt , ob man sagen kann, nach dem Essen sollte der BZ nicht höher gehen als ....

Soll ich jetzt die 30 Regel nehmen oder hat sich was geändert durch den Test ohne Traubenzucker?

Ich muss ja dann als nächsten Schritt BE-Faktoren bestimmen oder ?
Und dann Feinarbeit in BE-Faktoren machen

Ich und meine Frau planen ab nächste Woche Morgens und Abends, die Mahlzeiten durch ein Shake zu ersetzen
Soll ich da was Spritzen morgen und Abends?
Es soll 4 Wochen gehen und nur Nachmittags eine Hauptmahlzeit
Nach dem 4 Wochen wollte ich dann die Kohlenhydrate bzw. die Essmenge reduzieren
Zurzeit sind Kohlenhydrate meiner Lebensmittel zwischen 0-70 Gramm
Wir habe noch Schwierigkeiten mit zum Beispiel von frischer Suppe
Wir kaufen Suppengemüse und nehmen die Maggi Würfel und dazu noch etwas Buchstabennudeln und haben immer ein 5 Liter Topf
Das jetzt auszurechnen klappt nicht gut
Hast du da ein Tipp oder auch andere?
Viele Grüße
Martin
26
Ist deiner Meinung nach Basaldosis in tagesverlauf in Ordnung ?

Ja, das sieht echt gut aus. Vor allem ist dein Verlauf sehr stabil.
Deine AGP-Grafik zeigt zwar ein paar Ausrutscher nach oben, aber Du bist eben Diabetiker, da kann das vorkommen.

Ich arbeite mittlerweile nur noch mit AGP-Grafiken, weil die gleich alles auf einen Blick zeigen und Ausrutschern nicht allzu viel Wert beimessen.
Allerdings sollte der Zeitraum für eine solche Grafik zwischen 2 und 4 Wochen liegen. Zu kurz zeigt nicht allzu viel und zu lang verwässert den Gesamteindruck.
Eine gute Anleitung zur AGP-Auswertung findest du hier: https://www.diabetologie-online.de/a/cme-fortbildung-ambulantes-glukoseprofil-agp-auswerten-2045155

Hier gibt es für einen Fünfer auch ein gutes Buch dazu: https://www.amazon.de/AGP-Fibel-Ambulante-Glukoseprofil-strukturiert-auswerten/dp/387409670X
Darin werden von verschiedenen Patienten AGP-Grafiken angezeigt und wie man die auswertet.
Damit kann man sich selbst dann ein bisschen trainieren.

Viele Grüße
Jörg
27
Hallo
Hier ein Test mit Traubenzucker ohne spritzen

Start : 121 mg/dl
20 Min später : 130 mg/dl
60 Min später 147 mg/dl
120 Min später : 135 mg/dl
180 Min später :127 mg/dl
Höchswert war 43 Min. nachdem Start mit 160 mg/dl

Habe das es schon paar mal gehabt, das ich Traubenzucker genommen habe
und der BZ ist nicht höher gegangen

Ist deiner Meinung nach Basaldosis in tagesverlauf in Ordnung ?






28
Ich frage mich wie du auf 30 kommst?!?
Kannst du mir ein Beispiel geben mit meinen Zahlen, ich stehe anscheinend auf Schlauch....

Ich vergleiche da einfach den Höchststand mit dem Endstand. Und da liegen bei dir ungefähr 30 mg/dL dazwischen.

Allerdings habe ich jetzt gerade erst bemerkt, dass du DM2 bist, also war meine Antwort auch nicht 100%ig korrekt.
Bei dir weiß man ja nicht, wie viel Insulin deine eigene BSD noch beisteuert.

Der Verlauf bei deinem Test ist aber okay.
Vielleicht könntest du ja mal testen, wie es aussieht, wenn du bei einem BZ unter 140 eine BE Traubenzucker nimmst und da kein Insulin zugibst.
Es würde mich nicht wundern, wenn du nach 3h wieder auf einem normalen Niveau landest.

Viele Grüße
Jörg
29
Hallo
Ich hatte eigendlich die Angaben gemacht, sehe selber aber das man sie nicht sehen kann
Ich trage ein freestyle libre sensor 3 plus und Spritze mir zum Essen Novorapid (Analogon)
Ich frage mich wie du auf 30 kommst?!?
Kannst du mir ein Beispiel geben mit meinen Zahlen, ich stehe anscheinend auf Schlauch....

Gruss
Martin
30
Mathematisch korrekt wäre "Korrektur-Regel", denn mit einem Faktor multipliziert man ja eigentlich.
Im Sprachgebrauch ist aber beides das Gleiche.

Und welcher Wert da jetzt auskommen soll, hängt vom Insulin ab, das man gespritzt hat: bei einem Analogon der 2-Stunden-Wert und bei Normalinsulin der 3-Stunden-Wert.

Du solltest aber auch berücksichtigen, dass BZ-Messgeräte nicht hundertprozentig genau messen.
Ich würde deine Werte da als Okay ansehen und in Zukunft eine 30er-Regel verwenden. Also eine IE pro 30 mg/dL zu viel.

Viele Grüße
Jörg
Seiten: 1 2 3 4 5 ... 10