Diabetesinfo-Forum
Diabetesfragen => Allgemeiner Bereich => Thema gestartet von: myrrem am Februar 23, 2010, 11:20
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Hallo ihr Lieben, hier erst einmal eine kleine (grosse?) zusammenfassung...
Ich lebe in Indien und lebe mit meiner Schwiegermutter zusammen. Sie hat seit ungefaehr 20Jahren Diabetes Typ-II...und nimmt ihre Erkrankung zwar ernst aber nicht ernst genug. Ausserdem hat sie keine richtige schulung bekommen wie man das in deutschland kennt. Sie kann sich noch nicht mal richtig selbst spritzen ist also immer von jemand abhaengig, aber das ist eine andere geschichte...
Ich habe mich am anfang nicht allzusehr um ihren Diabetes gekuemmert, ausser das ich ihr insulin gespritzt hab, da ich selbst auch wirklich keine ahnung hatte und dachte sie haette das im griff. Aber nach ein paar arzt besuchen und habe ich doch irgendwie verstanden, dass das ein bisschen mehr ernst genommen werden muss und dass sie im grunde genommen sehr wenig weiss. :hilfe:
Sie hat einen BZ zwischen 160 und 330. Sie hat auch Uebergewicht. 65kg bei 151cm. Ich fange jetzt and das alles ein bisschen zu kontrollieren. Die Ernaehrung hier ist auch ziemlich einfaeltig. Zum mittagessen isst sie manchmal 400-500g Reis!!! mit ein paar gemuese currys und ein bissche fish.. sie hat auch die ganze zeit hunger.
Sie nimmt Novorapid 14-12-12 und nachts 16 units Lantus ausserdem kriegt sie 3x am tag tabletten (Obimet 1gm).
Ich habe herausgefunden wie viele kohlehydrate und kalorien etc sie braucht wenn ich sie von ihrem gewicht runterkriegen moechte. Ich finde es aber schwer eine gute liste mit verschiedenen Lebensmitteln wie viele Kohlehydrate etc. sie enthalten zu finden. Kann mir da jemand weiterhelfen?
Ausserdem ist mir aufgefallen, dass wenn ihr BZ ein bisschen runtergeht, sie sich sehr muede/erschoepft fuehlt. Heute z.B. war ihr BZ 2 std. nach dem Mittagessen 153.
Wie sollte der BZ denn ueberhaupt sein vor und nach dem Essen? Gibts da bestimmte standards oder ist das fuer jeden Diabetiker verschieden? ???
Es waere wirklich ganz lieb wenn mir da mal jemand ein bisschen weiterhelfen koennte! :hilfe:
Danke....
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Hallo,
für Diabetiker gibt es Zielwertbereiche der Fachgremien:
Nüchtern und vor den Mahlzeiten 80 bis 120 m,g/dl,
1-2-Stunden nach den Mahlzeiten 130-160 mg/dl.
Blutzuckerlangzeitwert HbA1c < 6,5 %.
Bei einer Mahlzeitengröße von 400-500 g Reis (entspricht ca. 8 bis 10 BE/KHE) und
12 IE Bolusinsulin sind erhöhte Werte nicht so sehr verwunderlich, da Typ2-DiabetikerInnen mit Übergewicht in der Regel einen höheren IE/BE-Faktor haben.
Die Einstellung an Hand eines Blutzucker-Tagesprofils sollte mit dem diadoc besprochen werden. Meine Meinung: Entweder Kohlenhydrate runter oder Insulin rauf.
Es kann sein, dass der Körper mit Müdigkeit reagiert, wenn der Blutzucker allzu sehr schwankt. Der Organismus braucht immer Zeit um sich beispielsweise von extrem hohen Werten an niedrigere Werte zu gewöhnen.
Wie wär's mit einer guten Schulung?
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hallo myrrem,
ersteinmal willkommen, für dich wäre vielleicht zu anfang die startseite interessant, http://www.diabetesinfo.de/
dort auf der linken seite findest du gerade für neulinge sehr nützliches um dein wissen über diabetes zu erweitern.
wenn dann noch fragen offen sind, hier wird dir immer geholfen.
lg peter
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Hallo,
iwe Johann schon schrieb, dürfte der BE-faktor da zu niedrig sein.
Vor allem muß das Insulin an die Essensmenge angepaßt werden, was wohl nicht passiert, wenn es starre Einheiten sind, die Reismenge aber um bis zu 100g schwankt.
Tabellen dazu gibt es zuhauf im Netz, einfach mal nach "BE-tabelle" googeln. Die meisten davon enthalten viele Angaben zu Fertigprodukten und das halt länderspezifisch, also deutschsprachige BE-Tabellen solche zu in Deutschland erhältlichen Produkten.
Ganz gut finde ich z.B. http://alt.diabetesindex.de/betab.htm# weil auch Grundnahrungsmittel enthalten sind und zu vielen Angaben auch Bilder mit der entsprechenden Menge des Nahrungsmittels. Das würde auch eine Sache sein, die bei einer Schulung gelehrt würde: Einschätzen von den in einer Mahlzeit enthaltenen Kohlenhydraten.
Wenn Deine Schwiegermutter Typ2 hat und übergewichtig ist, wäre es auch interessant, ihren Arzt zu fragen, ob orale Antidiabetika in Frage kämen: Das Problem beim Typ2 ist eine verminderte Insulinempfindlichkeit und die kann man mit solchen Medikamenten wieder erhöhen.
Wenn der Diabetes seit 20 Jahren mit solchen Werten besteht, gibt es dann schon Spätschäden? Wird sie regelmäßig darauf untersucht?
Du schreibst, sie hätte keine Schulung gehabt "wie man das in Deutschland kennt". Gibt es die Möglichkeit für Schulungen?
Bei was für einem Arzt ist sie in Behandlung mit dem Diabetes? In Deutschland gibt es die FAchrichtung "Diabetologie", die aber von einer dt. GEsellschaft in Leben gerufen wurde und sicherlich nicht weltweit existiert. Es sollte möglichst ein Arzt mit Diabetes-Erfahrung sein, das nächste, was unserem Diabetologen entspricht, wäre wohl ein Internist der Fachrichtung Endokrinologie.
Grüße
Anja
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vielen dank erstmal fuer die schnellen antworten! :zwitscher:
Also ich hab mich schon mit der startseite befasst @ heidepeter...bloss manche sachen haben bei mir noch nicht so ganz geklickt. :kratz:
@johann...wie ich schon sagte..ich lebe in indien und irgendwie hatte meine schwiegermutter wohl mal so etwas wie eine schulung aber ich bezweifle dass die ne gute qualitaet hatte. Es ist anscheinend nix bei meiner schwiegermama haengen geblieben.
Da faellt mir auch gleich nochwas ein was ich fragen wollte. Und zwar ist es ueberhaupt eine gute methode jeden tag eine vorgegebene menge insulin zu spritzen (wie bei meiner schwiegermama 14-12-12)? ich glaube die viele messen erst ihren BZ und spritzen dann entsprechend? (ist das richtig?!?!) und wenn ja, dann wie viel spritzt man bei einem bestimmten BZ wert? Gibts da ne formel oder ist das erfahrungsgemaess?
Ausserdem hat meine schwiegermutter mir erzaehlt, dass bei einem diabetes unterricht gesagt wurde dass diabetiker vor dem essen ungefaehr einen BZ von 150 mg/dl und nach dem essen einen BZ von 180 mg/dl haben sollten...was nicht so ganz mit der aussage von johann entspricht..
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@anja...ja also ihr arzt ist ein internist der fachrichtung Endokrinologie. Und Spaetschaeden...naja...sie hat oft kribbeln in den fuessen und haenden. Ausserdem hat sie grauen Star..weiss aber nicht ob das vom Diabetes kommt. (Ist das ein Spaetschaden?) Was sind denn genau orale Antidiabetika?
Wie ist das denn bei typ-2, kann es passieren das die koerpereigene insulin produktion irgendwann auch aufhoert? also wenn man lange (und v.a. lange unkontrolliertes) diabetes hatte z.B? 20 jahre sind ja schon ne lange zeit. (Jetzt ist sie uebrigens 66 jahre alt)
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@anja...ja also ihr arzt ist ein internist der fachrichtung Endokrinologie. Und Spaetschaeden...naja...sie hat oft kribbeln in den fuessen und haenden. Ausserdem hat sie grauen Star..weiss aber nicht ob das vom Diabetes kommt. (Ist das ein Spaetschaden?)
Der graue Star kann durch den Diabetes begünstigt werden... früher oder später hat ihn jeder. Man kann ihn auch recht unkompliziert operieren lassen.
Wie sieht es denn mit ihrem Augenhintergrund (Netzhaut) und den Nieren aus?
Was sind denn genau orale Antidiabetika?
kurzgesagt: Tabletten, die die Insulinwirkung verbessern.
Beim Typ1-Diabetiker ist das Problem ein Defekt der Bauchspeicheldrüse. Er hat gar kein eigenes Insulin.
Beim Typ2 ist zwar eigentlich Insulin vorhanden, aber aufgrund einer hohen Insulinresistenz wirkt es nicht richtig. Diese Medikamente können helfen, die Insulinwirkung wieder zu verbessern. In vielen Fällen reicht das schon zusammen mit einer Diät. Wenn trotzdem zusätzlich Insulin gebraucht wird, braucht es nicht so große Mengen, was für die Gewichtskontrolle auch ganz gut ist.
Wie ist das denn bei typ-2, kann es passieren das die koerpereigene insulin produktion irgendwann auch aufhoert? also wenn man lange (und v.a. lange unkontrolliertes) diabetes hatte z.B? 20 jahre sind ja schon ne lange zeit. (Jetzt ist sie uebrigens 66 jahre alt)
Ja, das kann passieren. Und zwar dann, wenn die Bauchspeicheldrüse quasi "erschöpft" ist. Deswegen ist es besser, sie durch zugeführtes Insulin zu entlasten oder eben Medikamente, die dafür sorgen, daß nicht immer größere Mengen Insulin produziert werden müssen.
Grüße
Anja
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Hallo,
zu Deiner Frage mit den Link´s zu BE-Tabellen und Kohlenhydraten sind meine Favoriten
http://www.index-essen.de/ da hast Du KH und Glykämischer Index (ist bei DM auch sehr interessant)
http://www.diabetes-news.de/info/be/kategorie.htm
außer dem habe ich gerade am Anfang viel mit Kaloma und Kalo24 gemach, beide Programme sind Freeware und haben bis auf den Index alles beieinander das eine habe ich mehr für die Zusammenstellung von Gerichten genommen und das andere für die Tageszusammenstellung für Paula konnte ich ja auch nicht auf Fertiggerichte zurückgreifen.
Übrigens find ich es klasse das Du Dich so um Deine Schwiegermutter kümmerst, wenn ich damals schon soviel über DM gewusst hätte wie heute hätten wir (mein Mann und ich) das auch versucht.
Grüße
Kerstin
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@Anja...also...ich hab jetzt mal nachgeschaut. Meine schwiegermutter bekommt ja eine Tablette (Obimet SR 1gm)..Ich wusste bloss dass das irgendwie mit Diabetes zu tun hat, aber hatte keine Ahnung was das eigentlich ist...und ja..es sind Antidiabetika. Vorher hat sie eine morgens und abends gekriegt. Das letzte mal als wir beim Arzt waren vor (ca. 1 1/2 monaten) und ihr Zucker wieder sehr unkontrolliert war hat er ihr auch noch eine zum mittag verschrieben. Also 3x taeglich. An dem Punkt hab ich eigentlich erst angefangen, die initiative zu ergreifen und ueber Diabetes zu lernen.
Nochmal zu den Spaetschaeden. Ich hab mal ihren letzten Krankenhausbericht rausgekramt und hab mir die muehe gemach die ganzen englischen medizinischen begriffe zu verstehen. Da ist doch einiges was ich uebersehen habe... :kreisch: Also da steht was von Dyslipidaemie (hab ich zwar nicht so ganz verstanden, aber hat wohl mit der Niere zu tun), Nichtproliferative Retinopathie und peripherale Neuropathie.
Den grauen Star hat sie sich auf einem Auge wegoperieren lassen, dazu musste sie auch erstmal eine woche ins krankenhaus damit die ihren BZ stabilisieren und runterkriegen konnten um ueberhaupt operieren zu koennen. Ich glaube sie hat sehr viel Angst vor solchen Eingriffen, so dass sie nicht das andere Auge auch noch operieren hat lassen. Aber immerhin kann sie schon wieder lesen, was sie zuvor kaum noch konnte.
Also wie ist das denn jetzt mit dem Insulin und dem Blutzucker? Wenn sie jetzt z.B. morgens vorm Essen 150 mg/dl hat und eine Mahlzeit mit ungefaehr 5.5 BE isst, wie viel Insulin muesste sie dann bekommen? Wie gesagt, der doc hat ihr starre Einheiten verschrieben.
Und dann noch was. Sie bekommt das Insulin in den Arm gespritzt...warum nicht in den Bauch weiss ich nicht...Ich habs einfach nur so gelernt wie mein Mann das bei ihr gemacht hat. Ist da ein unterschied? Gelangt das insulin spaeter ins Blut als wenn man in den Bauch spritzt?
@kerstin, danke fuer deine links. Und naja...meine Schwiegermutter hat schon seit 20 jahren diabetes und ihre kinder haben sich irgendwie nicht so damit auseinandergesetzt (da sie es auch selbst nicht zu ernst genommen hat)...also irgendwer musste es ja mal tun. Besser spaeter als nie aber schaeden sind ja schon leider da. Ich kann nur noch verhindern dass es nicht noch schlimmer wird. :(
lg
myrre
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Hallo Myrre
zur Ernährung:
Die von Kerstin empfohlenen Programme zum feststellen wieviel Kalorien man zu sich genommen hat und ich glaube auch die Kolenhydrate ( ich benutze das Programm schon länger nicht mehr) sind ganz gut.
Die Kalorienmenge deiner Schwiegermutter sollte 1800 kcal betragen, um Gewicht zu erhalten, um Gewicht zu reduzieren sollten es 1400 bis 1500 Kcal sein, auf jeden Fall nicht weniger als 1200 Kcal.
Bei der Zusammensetzung der Nährwerte ist das nicht so einfach. Hier in Deutschland würde ich sagen, zu einer/m Ernährungstherapeuten ( Oecotrophologen oder Diätassistenten) gehen und sich beraten lassen. Das ist nicht soo einfach vor allem wenn eine Dyslipidaemie vorliegt. Das ist eine Fettstoffwechselstörung die meist durch Erkrankungen der Niere ausglöst wird. Da gibt es bei der Ernährung einige Punkte zu beachten. Das kann ich hier so ins "Blinde hinein" nicht leisten.
Was aber ganz wichtig ist viel trinken, ungesüssten Tee und Wasser so 1,5 bis 2 Liter am Tag, eher ein bisschen mehr. Und natürlich ist Bewegung auch sehr wichtig.
Insulin sollte ins Fettgewebe gespritzt werden, ich habe am Anfang in die Oberschenkel gespritzt aber spritze jetzt hauptsächlich in den Bauch, ist einfach angenehmer und bequemer. Was die Wirkzeit angeht, glaube ich, ist das egal ( wenn man ins Fettgewebe spritzt) . Da bin ich aber nicht ganz sicher.
Wieviel Einheiten Insulin man braucht pro BE ist bei jedem unterschiedlich. Normalerweise testet man das aus mit Hilfe des Arztes und der Diabetes Beraterin.
In deinem Fall würde ich mit dem Arzt sprechen und dich dann mit deiner Schwiegermutter zusammen langsam rantasten. Die Faktoren können zu verschiedenen Tageszeiten verschieden hoch sein.
Es gibt auch hier in Deutschland viele die ein festes Spritzchema haben.
Also zu bestimmten Zeiten immer die gleiche Menge Insulin spritzen. Das empfiehlt sich immer dann, wenn die Mahlzieten zur gleichen Zeit regelmässig eingenommen werden und die BE Zahl pro Mahlzeit möglichst konstant ist. Also wenn dann immer 400g Reis und nicht mal 400 und mal 500g . 100g gegarter Reis sind ca 2 BE also das macht schon eine Menge aus! ( Das sollte jetzt nur ein Beispiel sein, das soll nicht heissen das 400g Reis ein muss sind)
Mein Rat ist, wenn keine qualifizierte Ernährungsberatung möglich ist, zum Arzt und das mit dem Arzt noch mal alles genauer durchsprechen. Da könnt ihr dann auch die Insulintherapie noch mal ansprechen.
Ich denke mal das grössere Problem wird sein, deine Schwiegermutter davon zu überzeugen, dass sie was verändern sollte.
Liebe Grüsse Vera
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@vera..vielen dank fuer die information. ;D Ich bezweifle zwar, dass ich sehr viel weiter komme mit dem Arzt hier aber ich kanns ja mal versuchen. Jetzt wo ich schon so viel mehr weiss als beim letzten mal vor nem monat. Dann kann ich auch bessere Fragen stellen. Also ich versuch jetzt mal ein bisschem mehr auf die Zeit zu achten. Sie isst gerne wann sie lust hat und wieviel sie lust hat, dass ist das groesste problem. Jetzt merk ich erst so richtig wie wenig sie ihre krankheit ernst nimmt (trotz der spaetschaeden). Ich gebe ihr jetzt nur noch 200g reis (400/500 g ist viel zu viel) und gebe ihr kleine zwischenmahlzeiten, was hier nicht so einfach ist, da es kaum fertige snacks gibt die wenig kohlenhydrate haben. Also immerzu zubereiten, kochen...(welcome to india). Aber ich muss sehr streng mit ihr sein und mich um die meisten sachen kuemmern. sie uebernimmt da leider nicht so viel initiative.. :-\
Noch was..weiss jemand zufaellig die genaue uebersetztung von BE in englisch ist? ich hab's mit Carbohydrate Unit versucht und mit Bread Unit...und hab fast ueberhaupt nichts damit bekommen. Ich muss halt auch noch die Broteinheiten fuer indische gerichte herausfinden...
lg
myrre
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Hallo myrre,
Und dann noch was. Sie bekommt das Insulin in den Arm gespritzt...warum nicht in den Bauch weiss ich nicht...Ich habs einfach nur so gelernt wie mein Mann das bei ihr gemacht hat.
na ja das wichtigste was ich gelernt habe ist das man die Spritzstellen häufiger wechseln soll und so ein Arm ist da nicht gerade ein riesen Areal, und was auch wichtig ist die sogenannte gelbe Fettschicht zu erwischen. Wenns zum Beispiel in den Muskel geht tut´s zum einen weh und dann ist die Insulinwirkung auch nicht optimal meist wirkt es dann zu schnell und heftig.
Aber ich muss sehr streng mit ihr sein und mich um die meisten sachen kuemmern. sie uebernimmt da leider nicht so viel initiative..
aber versuch es doch so anzugehen das sich Deine Schwiegermutter nicht bevormundet vorkommt und das sie merkt es ist nicht alles plötzlich verboten sonst kann es passieren das sie bockig wird und vielleicht heimlich die eine oder andere KH in sich stopft :zwinker: Essen ist nun mal bei vielen ein Ausgleich für alles Mögliche.
Also immerzu zubereiten, kochen...(welcome to india)
gibt´s in Indien Gefrierschränke?
Ich koche das meiste egal ob für meinen Mann und mich oder für unsere Rübennasen* selber und friere dann alles Portionsweise ein, hat erstens den Vorteil das die Portionen schön überschaubar bleiben und 2. auch der Zeitaufwand im Rahmen bleibt.
*Da es für Paula und Gysmo (unser 2. Hundekind) fast nichts gibt wo Kohlenhydrate oder gar BE angegeben ist.
Du kochst doch bestimmt nach einem Rezept :duck: da steht doch drin wie viel von jeden man nimmt das hämmerst Du in Kloma ein und kannst es dann in kalo24 als Gericht anlegen um die Tagesmengen besser abgleichen zu können.
Grüße
Kerstin
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Hallo Myrre
die englische bezeichnung kenne ich auch nicht für BE ,
aber du kannst die BE leicht selbst ausrechnen, 1 BE = 12g Kohlenhydrate, du musst dazu also nur wissen, wieviel Kohlenhydrate in einem Lebensmittel stecken.
Liebe Grüsse Vera
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BE auf englisch = carbohydrate unit. Zumindest in USA. Wie es in anderen Ländern genannt wird, wo Englisch gesprochen wird, weiss ich nicht.
Gruss,
Britta
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@Anja...also...ich hab jetzt mal nachgeschaut. Meine schwiegermutter bekommt ja eine Tablette (Obimet SR 1gm)..
Das ist Metformin, vermutlich 1000 mg: http://www.diabetesinfo.de/medikamente/metformin.html
Also da steht was von Dyslipidaemie
Das ist eine Fettstoffwechselstörung; sie hat erhöhte Blutfette: http://www.diabetesinfo.de/grundlagen/nd-fett.html
Das ist bei Typ 2 sehr häufig anzutreffen. Neben einer Ernährungsumstellung (weniger Fette) und mehr Bewegung (Erhöhung des HDL-Cholesterinwertes) kann man hier auch medikamentös was machen (mit sogenannten Statinen)
Nichtproliferative Retinopathie
Das ist generell eine Augenhintergrundveränderung, aber noch in einem frühen Stadium: http://www.diabetesinfo.de/komplikationen/spaetkomplikationen/mikroangiopathie.html
Hier kommt es vor allem auf eine möglichst gute BZ-Einstellung an.
und peripherale Neuropathie.
Und das ist eine Nervenerkrankung: http://www.diabetesinfo.de/komplikationen/spaetkomplikationen/neuropathie.html
Peripher bedeutet hier soviel wie "an Händen und Füßen"
Auch hier ist eine gute BZ-Einstellung so ziemlich das einzige was man machen kann. Manche behandeln dann auch mit Vitamin-B-Komplex oder generell mit Benfotiamin (http://medikamente.onmeda.de/Wirkstoffe/Benfotiamin.html)
Den grauen Star hat sie sich auf einem Auge wegoperieren lassen, dazu musste sie auch erstmal eine woche ins krankenhaus damit die ihren BZ stabilisieren und runterkriegen konnten um ueberhaupt operieren zu koennen. Ich glaube sie hat sehr viel Angst vor solchen Eingriffen, so dass sie nicht das andere Auge auch noch operieren hat lassen. Aber immerhin kann sie schon wieder lesen, was sie zuvor kaum noch konnte.
Klar hat sie Angst davor, wer hätte das nicht. Vielleicht denkt sie ja mal drüber nach, um wieviel besser es ihr nach der ersten OP ging und daß das ja durch eine zweite noch besser werden könnte...
Also wie ist das denn jetzt mit dem Insulin und dem Blutzucker? Wenn sie jetzt z.B. morgens vorm Essen 150 mg/dl hat und eine Mahlzeit mit ungefaehr 5.5 BE isst, wie viel Insulin muesste sie dann bekommen? Wie gesagt, der doc hat ihr starre Einheiten verschrieben.
Dafür gibt es keine Faustregeln, das muß man individuell ausprobieren. Lies mal http://www.diabetesinfo.de/therapie/mahlzeiteninsulin.html
Und dann noch was. Sie bekommt das Insulin in den Arm gespritzt...warum nicht in den Bauch weiss ich nicht...Ich habs einfach nur so gelernt wie mein Mann das bei ihr gemacht hat. Ist da ein unterschied? Gelangt das insulin spaeter ins Blut als wenn man in den Bauch spritzt?
Das sind nur relativ geringe Unterschiede, machen kann man beides. Wie es dem Diabetiker am angenehmsten ist
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Noch was..weiss jemand zufaellig die genaue uebersetztung von BE in englisch ist?
Hallo,probiere es einmal mit Whitebread unit(Weissbroteinheiten)-das habe ich irgendwo einmal auf einer Übersetzung gelesen.grüsse saez
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Ich wohne zwar nicht in Indien, sondern in Oberfranken, aber ich habe jetzt durch das,was ihr auf den beiden Seiten beschrieben habt, umheimlich viel gelernt. Ich habe Typ2, nie hat jemand eine Schulung mir empfohlen, ich wurstle einfach so dahin und bin natürlich höchst unzufrieden. Aber das werde ich jetzt ändern, versprochen. :patsch:
Bin zwar schon 70, aber noch noch nicht so senil, daß ich nicht noch was lernen könnte.
Habt schon mal schönen Dank. :prost:
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Hallo Blondine
Ich wohne zwar nicht in Indien, sondern in Oberfranken, ...
Ich finde Deinen Beitrag äusserst motivierend :ja:
Mir ist dadurch nochmal klar geworden, das wir hier in DE recht toll "umsorgt" werden, auch wenn der Eine oder Andere Probleme hat, seine Pumpe verlängert zu bekommen, oder gar seinen Job verliert, wenn es mal ein paar Tage länger dauert, bis die Gesundheit wieder hergestellt ist.
Wie wir hier auch mitbekommen, hat "myrrem" "in einem weit weg lebenden Land" eine Sache in Angriff genommen, die mir sehr unter die Haut geht. Da ziehe ich meinen Hut davor.
Und ich bin mir sicher, daß wir hier noch "Erfolgsmeldungen" zu sehen bekommen. :ja:
Auch wenn Portugal nicht so weit weg erscheint, ist es doch so, das eine "besere" Versorgung einfach mehr zeitaufwand bedeutet, als wenn man einfach in DE "rumsitzt".
Das ist für DE nicht abwertend gemeint. Umsonst gibts hier auch nix. Aber die Energie, die Auswärts investiert wird, sollte einfach mal in den Vordergrund geschoben werden!
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Also ich muss jetzt auch mal sagen...ich bin einfach so dankbar fuer all eure antworten. Ich war schon ganz verzweifelt irgendwie und hab jetzt so viel gelernt. Danke auch Joerg fuer deine links!! Ich fuehl mich so viel mehr motiviert...vor allem zu wissen, dass da jemand meine fragen beantworten kann, wenn ich welche habe! :knuddel:
Jetzt gerade bin ich krank. Aber ich melde mich sicher mit neuen sachen in ein-zwei Tagen :)
Liebe Gruesse,
myrre
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Hallo Myrre
wünsche dir gute Besserung, und das du bald wieder fit und gesund bist
liebe Grüsse Vera
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Da bin ich wieder...mit neuen Fragen. Erstmal wollte ich aber etwas ueber die Reaktion meiner Schwiegermutter erzaehlen..hihi.. Ich glaube je laenger ich ihr die mahlzeiten abwiege und aufschreibe, je mehr wird sie verstehen wie viel sie eigentlich haben kann und wieviel nicht. Fuer lange zeit war sie ja an enorme Mengen Reis gewoehnt. Jetzt gebe ich ihr nur noch 200g (der doc hat zwar 150g gesagt, aber das kann ich ihr noch nicht zumuten). Ausserdem ueberschuettet sie mich manchmal indirekt mit Zuneigung (und das muss man bei ihr schon erarbeiten ;) )...d.h. sie schaetzt es sehr wert, wie sehr ich mich um sie kuemmer. Ich wuerde sagen, dass gibt eine gute Basis fuer ihre Kooperation. ;D Ausserdem hat sie schon 3 kilo abgenommen. *freu*
Nun zu meinen Fragen: Da meine Schwiegermutter selten die gleiche Anzahl von BE zu den Mahlzeiten isst, sowie zur gleichen Zeit jeden Tag (da gibt es manchmal Unterschiede von ner halben bis 1 1/2 std.), halte ich ein festes Spritzchema fuer unangebracht. Ausserdem hat sie immernoch einen etwas hohen BZ(zwar unter 200mg/dl,aber manchmal nur knapp), d.h. sie braeuchte eigentlich mehr Insulin. Ich weiss jetzt aber z.B. nicht ihren BE-Faktor. Wurde bei ihr auch noch nie herausgefunden. Also kann ich das jetzt auch noch herausfinden (oder kann man das nur im Anfangsstadium machen?). Und wenn ja, dann muss man doch erst die Basaldosis festlegen, richtig? Und dazu gibt es doch hier ein Formular zum runterladen..(http://www.diabetesinfo.de/downloadbereich/file/25-basaltest.html) hab ich mir auch angeschaut, bloss nicht 100%ig verstanden. Also man soll den BZ alle 2 Stunden messen, aber sie sollte doch auch was essen oder nicht? :kratz:
Ausserdem wuerde ich noch gerne den Korrekturbolus austesten aber dazu spaeter. Erst muss ich die anderen Sachen verstehen/testen.
lg
Myrre
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Wie man Mahlzeiten- und Korrekturbolus austesten kann findest du hier http://www.diabetesinfo.de/therapie/korrekturinsulin.html und auf den folgenden Seiten.
Beim Basaltest soll man nichts essen, denn man will ja nur die Wirkung des Basalinsulins sehen. Und die soll nicht durch andere Einflüsse gestört werden.
Wenn der BZ jetzt schon niedriger ist als vorher, dann habt ihr schon den richtigen Weg beschritten. Ich würde da nicht allzuschnell völlig normale Werte anstreben, weil der Körper sich erstmal wieder aran gewöhnen muß, welche Werte eigentlich normal sind. D.h. sie könnte sich jetzt noch auch bei eigentlich zu hohen Werten unterzucker fühlen.
Ich würde das ganze am besten mal mit dem behandelnden Arzt besprechen :ja:
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Hallo Myrre
schön , dass du wieder fit bist. Und ist doch schon ein toller Erfolg, zum einen das deine Schwiegermutter mitzieht und zum anderen, dass sie schon was abgenommen hat :)
Alles andere hat Jörg ja schon gesagt. Nicht zu viel auf einmal , besser sind viele kleine Schritte auch auf dem Gebiet der Ernährung
Liebe Grüsse Vera
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Noch was..weiss jemand zufaellig die genaue uebersetztung von BE in englisch ist? ich hab's mit Carbohydrate Unit versucht und mit Bread Unit...und hab fast ueberhaupt nichts damit bekommen.
"Bread Unit" alias "BU" ist schon die richtige Übersetzung - nur wird dir das nicht viel bringen, da das im englischen Sprachraum kaum verwendet wird (zumindest kenne ich niemanden, der das tut). Was da gern verwendet wird wird, sind die g Kohlehydrate - so nach dem Motto "ich brauche eine Einheit Insulin pro x Gramm KH".
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Hallo Myrre,
im englischen Sprachraum ist der Begriff "carb counting" (http://www.diabetes.org/food-and-fitness/food/planning-meals/carb-counting/) gebräuchlich, wenn es darum geht den KH-Anteil einer Mahlzeit in ein Verhältnis zum Insulin zu setzen.
Als Rechengröße wird wohl auch allgemein der Insulinbedarf für 10g KH verwendet. Das entspricht in Deutschland einer KE (Kohlenhydrateinheit).
Gruß
Joa
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Also ich hab jetzt dem Arzt meiner Schwiegermutter eine email geschrieben. Ich habe vorgeschlagen das feste spritz schema langsam in ein flexibles zu aendern. Das braucht zwar etwas arbeit, aber ich glaube es ist besser als das jetzige. Von dem was ich hier so mitgekriegt habe ist das nicht besonders ueblich hier, deswegen weiss ich nicht was die Antwort von ihrem Arzt sein wird, aber ich hab immerhin auf euch gehoert. :ja:
Sag mal was kostet denn in Deutschland so'n streifen zum BZ messen? Ich glaube die sind hier genauso teuer wie in Deutschland. Also im Verhaeltniss ganz schoen teuer hier. Da kann man sich hier auch ein Fruehstuck fuer kaufen! Und so'n Novorapid Penfill (30ml) 100IE/ml..wie viel kostet der in Deutschland?
Also hier kostet ein streifen 25Rs, Penfill 430Rs. Das sind zur Zeit ca. 40 cent und 7 Euro.
Lg
myrre
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Teststreifen kosten hier in der 30-60 Cent, je nachdem welche man nimmt. Und ein Humalog Penfill kostet ca. 14.- Euro