Diabetesinfo-Forum

Diabetesfragen => Diabetes-Technik => CGMS => Thema gestartet von: Joa am Mai 20, 2008, 22:29

Titel: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joa am Mai 20, 2008, 22:29
Hallo,

ich hab mal angefangen einen Vergleich zwischen dem Medtronic und dem Abbott CGMS zu tabellieren.
Leider sind die Forensysteme zu unterschiedlich, um ihn ad-hoc auch hier zu posten.

Daher erst mal nur der Link zum Beitrag im Insulinclub-Forum.

http://www.insulinclub.de/showthread.php?t=12547 Falls es interessiert.

@ Jörg: Wie wäre es mit einem CGMS- oder kontinuierliche Blutzuckermessungs-Board?
Da wird sich ja schon noch was tun, auch ausserhalb von CSII.


Update:

Anja hat sich die Mühe gemacht und die oben verlinkte Tabelle mal auf den Code der hiesigen Forensoftware umformatiert. :super: :super:



Vergleichsdarstellung von         Medtronic Paradigm/Guardian REAL-Time                                        Abbott FreeStyle Navigator

Sensor/Sender                              Sensor und Sender werden zusammengesteckt und bilden dann eine Einheit Sensor und Sender werden zusammengesteckt und bilden dann eine Einheit
Trageortunterer Bauchbereichhinterer Oberarm oder unterer Bauchbereich
Liegezeit je Sensor3 Tage 5 Tage
Messungein Wert alle 5 Minutenein Wert je Minute




Alarmeinstellungen                                                      Medtronic Paradigm/Guardian Real Time                             Abbott FreeStyle Navigator

Alarmgrenzen hohe Glukosevon Alarmwert für niedrigen Zucker + 10 mg/dl bis 400 mg/dl     von 140 bis 300 mg/dl
Alarmgrenzen niedrige Glukosevon 40 mg/dl bis Alarmwert hohe Glukose -10mg/dl von 60 bis 139 mg/dl
Alarmeinstellungen erwartet hohe/niedrige Glukose   nicht vorhandenin 10/20/30 Minuten bei gleich bleibender Glukosetendenz
Einstellungen der Alarmintensität entsprechend der Pumpeneinstellungen für Alarme (?)niedrig/mittel/hoch
Unterschiedliche Einstellung je nach Alarmartwohl nicht möglich ja, jedem Alarm kann eine andere Alarmart zugewiesen werden.



Kalibrierung                                                  Medtronic Paradigm/Guardian REAL-Time              Abbott FreeStyle Navigator

Selbstkalibrierungszeit des Sensorsca. 2 Stundenca. 10 Stunden
Werteanzeige bei Selbstkalibrierung nein nein
Kalibrierung mit Blutzuckerwert2 x täglich4 x in 5 Tagen
Kalibrierungsart des CGMS ? Plasma
Kalibrierung der zugehörigen Messgerätes ContourLink=Vollblut                                     integriertes Freestyle = Plasma
Kalibrierung mit anderem Messgerät möglich?      ja nein



Kosten/Garantie/Lebenserwartung                 Medtronic Paradigm/Guardian REAL-Time                                    Abbott FreeStyle Navigator

Kosten für 30 Tage 10 Sensoren = 558,51 €6 Sensoren = 389,-€
Kosten für 12 Tage (nur Medtronic)                    12 Tage (4 Sensoren) = 253,18 €        -
Kosten je 24h18,62 € (10 Sensorenpackung)12,97 €
-21,10 € (4 Sensorenpackung)-
Kosten Monitorca. 3200 € (entfällt bei Benutzung einer Paradigm x22 Pumpe) 999,- € (Paketpreis mit Sender)
Kosten SenderMiniLink Transmitter Set = 856,- €siehe oben
Besonderheit KostenStart-Set mit Transmitter und 10 Sensoren für 1188,81 € -
Garantiedauer (Hersteller)6 Monate für den Sender(Stromversorgung über gekapselten LiIo-Akku)    2 Jahre auf System
Nutzungsdauer Sender etwa 1 Jahr (lt. Auskunft)ohne erwartete Begrenzung

Danke Anja!  :prost:
Aber es liest sich, wie Du in der PM angemerkt hattest, schon was besser in der verlinkten Variante.

@ Jörg: bietet der Code in dieser Forensoftware noch weitere Hilfsmittel zur Formatierung?

Gruß
Joa
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: LordBritish am Mai 20, 2008, 22:54
Hallo Joa,

vielen Dank für die Info  :)


Grüße

Markus
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joerg Moeller am Mai 20, 2008, 23:02
@ Jörg: Wie wäre es mit einem CGMS- oder kontinuierliche Blutzuckermessungs-Board?
Da wird sich ja schon noch was tun, auch ausserhalb von CSII.

Wenn sich in dem Bereich was tut wird es auch ein Board geben. Es mag auf den ersten Blick übersichtlicher klingen, aber wenn wir für jedes Thema ein eigenes Board aufmachen blickt hier bald keiner mehr durch.
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joa am Mai 20, 2008, 23:19
Wenn sich in dem Bereich was tut wird es auch ein Board geben.
Es tut sich schon was, denke ich? Und das Interesse ist auch nicht gering. Es werden wohl bald diverse Ärzte ein CGMS im Verleih haben, zumal auch den Herstellern deutlich scheint, dass alleine der Sensorumsatz durch Privatkäufer eines CGMS die Entwicklungskosten nur schwerlich einspielen wird.

Zitat
Es mag auf den ersten Blick übersichtlicher klingen, aber wenn wir für jedes Thema ein eigenes Board aufmachen blickt hier bald keiner mehr durch.
Da liegt dann wohl die Kunst der Gewichtung. Welcher unserer Typ 2er hier, für die das Thema ja auch nicht ohne Belang sein sollte, liest in CSII?

Gruß
Joa

Nachtragsvorschlag: wie wäre es z.B. mit 'nem Subboard unter Allgemeines? Zumindest dass Infos zu CGMS'en nicht aus diversen Winkeln zusammengeflöht werden müssen.
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Llarian am Mai 20, 2008, 23:22
Da liegt dann wohl die Kunst der Gewichtung. Welcher unserer Typ 2er hier, für die das Thema ja auch nicht ohne Belang sein sollte, liest in CSII?
Liest Du nach Boards sortiert oder aus der Liste der neuen Beiträge?

Grüße
Anja
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joa am Mai 21, 2008, 01:34
Liest Du nach Boards sortiert oder aus der Liste der neuen Beiträge?
Das es eine Liste neuer Beiträge überhaupt gibt, hab ich erst auf dem SmP letztens bemerkt.

Na ja, ansonsten sind denn da die neuen Wortreversi-Beiträge auch spamartig überwiegend?

Gruß
Joa
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: LordBritish am Mai 21, 2008, 08:20
Da muss ich Joa Recht geben und auch Jörg, beide haben da irgendwie Recht mit der Übersichtlichkeit.

Ich hätte da den Vorschlag zu machen um beiden gerecht zu werden, da es ja sicherlich immer wieder Neuerungen gibt,
die aber noch am anlaufen sind und für mehrere interessant und nicht nur speziell für z.B. Pumpenträger würde ich ein Board vorschlagen in Richtung "Aktuelle Themen" oder so ähnlich.

Somit hätte man zum einen nicht für jeden neuen "Schnickschnack" ein Extra Board, aber dennoch eine zentrale Stelle in das solche Neuerungen diskutiert werden können.


Viele Grüße

Markus
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joerg Moeller am Mai 21, 2008, 23:42
Ich hätte da den Vorschlag zu machen um beiden gerecht zu werden, da es ja sicherlich immer wieder Neuerungen gibt,
die aber noch am anlaufen sind und für mehrere interessant und nicht nur speziell für z.B. Pumpenträger würde ich ein Board vorschlagen in Richtung "Aktuelle Themen" oder so ähnlich.

Gute Idee, und das nennen wir dann "Allgemeiner Bereich" und als Untertitel "Hier geht es um alle Fragen und Diskussionen, die nicht in ein Spezialgebiet passen." ;D

Ernsthaft: für 1-2 Threads mache ich kein Extra-Board auf. Die passen auch schön in den allgemeinen Bereich und wenn sich dann irgendwann mal mehr ergibt, weil mehr Leute so ein System benutzen und darüber diskutieren wollen wird es ein neues Board geben.
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joerg Moeller am Mai 21, 2008, 23:45
@ Jörg: bietet der Code in dieser Forensoftware noch weitere Hilfsmittel zur Formatierung?

Nein, nur den BBC (BulletinBoardCode).
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: breschdlingsgsaelz am Mai 23, 2008, 11:25
Interessanter Vergleich! Kennst Du jemanden, der eins der Geräte auch selbst (ausprobiert) hat? Ich bin schwer am überlegen, ob so ein Gerät für mich in Frage kommt. Mich würde interessieren, ob die "BZ-Trend-Funktion" ausreichet um drohende Hypos beim Sport rechtzeitig zu erkennen und ob die (hoffentlich mitgelieferte) Software was taugt bzw. ob man die Daten irgendwie zur weiterverarbeitung exportieren kann.

Ein Unterforum zur BZ-Messtechnik fände ich auch gut, ich habe den Thread hier nur zufällig gefunden, weil ich mich nicht für Pumpen interessiere. Wo gehören denn eigentlich bisher Fragen zu Messgeräten hin?
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joerg Moeller am Mai 23, 2008, 14:14
Ein Unterforum zur BZ-Messtechnik fände ich auch gut,

DAS wäre widerum okay. Ein eigenes für CGMS möchte ich jetzt noch nicht haben, weil es da viel zu wenig Anwender gibt. Aber in einem Board "BZ-Technik" könnte man dann ja auch gleichzeitig über Messgeräte, Stechhilfen und CGMS diskutieren.

Zitat
Wo gehören denn eigentlich bisher Fragen zu Messgeräten hin?

In den Allgemeinen Bereich.
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joa am Mai 23, 2008, 15:01
Aber in einem Board "BZ-Technik" könnte man dann ja auch gleichzeitig über Messgeräte, Stechhilfen und CGMS diskutieren.
Zitat
Wo gehören denn eigentlich bisher Fragen zu Messgeräten hin?
In den Allgemeinen Bereich.
Denn schieb doch den Thread erst mal nach Allgemein und dann ggf. nach "BZ-Technik", wenn die kommt?

@ breschdlingsgsaelz:
Ich hab bisher 12 Tage mit dem FSN "gespielt". Einen Nutzen hat das sicher auch hinsichtlich Hypowarnungen bei körperlicher Aktivität. Da kommt es aber auch drauf an, wie man Alarmgrenzen und Voralarme (nur beim FSN möglich) einstellt. Insbesondere bei schnellen Blutzuckerverläufen ist der Unterschied zwischen IG (interstitieller Glukose) und BG (Blutglukose) schon sehr deutlich. Z.B. hab ich ohne große Action und mit moderater Insulinwirkung zwischen Kapillarblut und FSN 60/90 mg/dl gehabt. Wobei ich selber bereits deutliche Hyposymtome bemerkt hatte. Und 60 mg/dl aus Kapillarblut ist ja auch noch nicht der arterielle BG-Wert mit dem das Gehirn versorgt wird.

Wahrscheinlich muss man dann die Warngrenzen entsprechend höher legen. Was vielleicht auch wieder nervend werden könnte?
Allerdings müsste da mal jemand was zu sagen, der Erfahrungswerte im Leistungssportbereich mit einem CGMS hat.

Auf alle Fälle ist es aber einfacher, mal auf den Monitor zu schauen und den Trend für sich zu gewichten, als erst einen BG-Test zu machen.
Ein anderer Punkt könnte auch sein, dass es bei Sport durchaus interessant sein könnte, eine Rückmeldung zu haben, wenn die Werte nach oben aus dem Ruder laufen.

Ich denk aber, dass so ein Sporttreibender meist auch eine recht gute eigene Wahrnehmung der Blutzuckersituation und Insulinwirkung entwickelt.

Hinsichtlich der Software ist beim FSN ja noch abwarten angesagt. Und es gibt eine gewisse Hoffnung, dass sich die Daten in SiDiary übernehmen lassen. Medtronic macht ja die Schotten ziemlich dicht, und bietet dem Kunden weiterhin nur die Datenauswertung auf dem dem online-Weg, unter Auslieferung der kompletten Therapiedaten an den Medtronic-Server in USA. Oder halt das Auslesen beim Arzt, wenn der die PC-Version von "CareLink" verwendet.
Allerdings kann man die Daten sowohl von CareLink-USA, als auch vom Arztcomputer danach als CSV erhalten und ggf. anderweitig weiterverwenden.

Gruß
Joa
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: breschdlingsgsaelz am Mai 24, 2008, 13:41

Ich denk aber, dass so ein Sporttreibender meist auch eine recht gute eigene Wahrnehmung der Blutzuckersituation und Insulinwirkung entwickelt.
Damit habe ich leider noch diverse Schwierigkeiten, vor allem beim Radfahren mess ich manchmal 50 und denke mir gehts noch gut. Ich hoffe mal, das wird noch besser...
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Llarian am Mai 24, 2008, 20:55
Ich denk aber, dass so ein Sporttreibender meist auch eine recht gute eigene Wahrnehmung der Blutzuckersituation und Insulinwirkung entwickelt.
Damit habe ich leider noch diverse Schwierigkeiten, vor allem beim Radfahren mess ich manchmal 50 und denke mir gehts noch gut. Ich hoffe mal, das wird noch besser...
Das, was Du mißt, ist Dein Blutzucker. Das, was Dein Befinden steuert, ist der Zucker im Gewebe. Es kann Dir also mit einem Blutzucker von 30 noch gut gehen, genauso, wie Du mit einem Blutzucker von 60 schon in den Seilen hängen kannst.

Grüße
Anja
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joa am Mai 24, 2008, 22:25
Das, was Du mißt, ist Dein Blutzucker. Das was Dein Befinden steuert, ist der Zucker im Gewebe.

Ja, allerdings wird das Unterzuckerempfinden über die Glukoseversorgung des Gehirns ausgelöst. Also des cerebralen Gewebes. Das betrifft wohl sowohl die adrenerge Symptomatik, als auch die nervös bedingten Ausfälle.

Davon zu unterscheiden ist die Glukoseversorgung in sonstigen Geweben. Also die per GGMS erfasste, interstitielle Glukose, also die im Zwischenzellwasser.

Zitat
Es kann Dir also mit einem Blutzucker von 30 noch gut gehen, genauso, wie Du mit einem Blutzucker von 60 schon in den Seilen hängen kannst.

Hier sollte besser differenziert werden? Mit einem Blutzuckermessgerät messen wir die kapillare Glukose im Bereich des jeweiligen Gewebes. Die kann dann auch noch eine deutliche Abweichung zu der aktuellen arteriellen Glukose aufweisen.

Bei einer arteriellen Glukose von 50 mg/dl besteht eine Hypoglykämie.

Und so wie der Unterschied zwischen arteriell und kapillar erheblich sein kann, ist der Unterschied von interstitiell gemessener, zu arterieller Glukose noch mal eine Nummer größer.

Gruß
Joa
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Llarian am Mai 24, 2008, 23:49
Das, was Du mißt, ist Dein Blutzucker. Das was Dein Befinden steuert, ist der Zucker im Gewebe.

Ja, allerdings wird das Unterzuckerempfinden über die Glukoseversorgung des Gehirns ausgelöst. Also des cerebralen Gewebes. Das betrifft wohl sowohl die adrenerge Symptomatik, als auch die nervös bedingten Ausfälle.
Die adrenergen Symptome kommen von der Nebenniere, die, wie ER es so schön ausgedrückt hat, direkt meßfühlertechnisch an der Hauptarterie sitzen. Gewebespezifische Unterzuckerungsempfinden können aber nicht nur vom cerebralen Gewebe kommen, sondern von jedem, das den Mangel zu spüren bekommt. Das Gehirn ist zwar der Hauptverbraucher, wird aber bis zuletzt Glukosereserven aus anderen Geweben zwecks Eigenversorgung abziehen.

Zitat
Zitat
Es kann Dir also mit einem Blutzucker von 30 noch gut gehen, genauso, wie Du mit einem Blutzucker von 60 schon in den Seilen hängen kannst.

Hier sollte besser differenziert werden? Mit einem Blutzuckermessgerät messen wir die kapillare Glukose im Bereich des jeweiligen Gewebes. Die kann dann auch noch eine deutliche Abweichung zu der aktuellen arteriellen Glukose aufweisen.

Bei einer arteriellen Glukose von 50 mg/dl besteht eine Hypoglykämie.

Und so wie der Unterschied zwischen arteriell und kapillar erheblich sein kann, ist der Unterschied von interstitiell gemessener, zu arterieller Glukose noch mal eine Nummer größer.
Wobei man noch bedenken muß, daß das Interstitium rund um den Sensor an Glukose verarmt und es potentiell falsch niedrige Werte ergibt.

Grüße
Anja
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joa am Mai 25, 2008, 22:15
Ja, allerdings wird das Unterzuckerempfinden über die Glukoseversorgung des Gehirns ausgelöst. Also des cerebralen Gewebes. Das betrifft wohl sowohl die adrenerge Symptomatik, als auch die nervös bedingten Ausfälle.
Die adrenergen Symptome kommen von der Nebenniere,
Ja klar! Die aderenergenen Symptome kommen natürlich vom Adrenalin, welches im Mark der Nebennierenrinde produziert wird.

Zitat
Gewebespezifische Unterzuckerungsempfinden können aber nicht nur vom cerebralen Gewebe kommen, sondern von jedem, das den Mangel zu spüren bekommt.
Da fällt mir jetzt nur die Muskulatur ein, die wohl bei mangelhafter Glukoseversorgung (oder schlechter Insulinwirkung) recht "bleiern" wirken kann. Oder was fiel Dir da ein?

Zitat
Das Gehirn ist zwar der Hauptverbraucher, wird aber bis zuletzt Glukosereserven aus anderen Geweben zwecks Eigenversorgung abziehen.
Solange die Glukosekonzentration in Geweberegion x  größer ist als die Glukosekonzentration im Kapillarblut, erfolgt der Ausgleich von Gewebe nach Blut, bis ein Gleichstand erreicht ist. Das Gehirn hat da keinen Steuerkreis verfügbar, der die Glukosekonzentration im Blut zu Lasten einer Geweberegion erhöht.

Zitat
Zitat
so wie der Unterschied zwischen arteriell und kapillar erheblich sein kann, ist der Unterschied von interstitiell gemessener, zu arterieller Glukose noch mal eine Nummer größer.
Wobei man noch bedenken muß, daß das Interstitium rund um den Sensor an Glukose verarmt und es potentiell falsch niedrige Werte ergibt.
:kratz: Was meinste denn damit?

Gruß
Joa
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Llarian am Mai 25, 2008, 23:09
Zitat
Gewebespezifische Unterzuckerungsempfinden können aber nicht nur vom cerebralen Gewebe kommen, sondern von jedem, das den Mangel zu spüren bekommt.
Da fällt mir jetzt nur die Muskulatur ein, die wohl bei mangelhafter Glukoseversorgung (oder schlechter Insulinwirkung) recht "bleiern" wirken kann. Oder was fiel Dir da ein?
Die Muskulatur kann auch so leer werden, daß man einfach nur noch zusammenklappt. Ansnsten Sinnes- und Organgewebe.

Zitat
Zitat
Das Gehirn ist zwar der Hauptverbraucher, wird aber bis zuletzt Glukosereserven aus anderen Geweben zwecks Eigenversorgung abziehen.
Solange die Glukosekonzentration in Geweberegion x  größer ist als die Glukosekonzentration im Kapillarblut, erfolgt der Ausgleich von Gewebe nach Blut, bis ein Gleichstand erreicht ist. Das Gehirn hat da keinen Steuerkreis verfügbar, der die Glukosekonzentration im Blut zu Lasten einer Geweberegion erhöht.
Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Selfish_Brain-Theorie)
PubMed (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15172762?ordinalpos=2&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_RVDocSum:Abstract)
Selfish Brain (http://www.selfish-brain.net)

Zitat
Zitat
Wobei man noch bedenken muß, daß das Interstitium rund um den Sensor an Glukose verarmt und es potentiell falsch niedrige Werte ergibt.
:kratz: Was meinste denn damit?
Wenn der Sensor liegt, zieht er zur Messung interstitielle Flüssigkeit ein, arbeitet mit ihr und entzieht ihr dabei auch Glukose. IIRC war das beim letzten Pumpentreff angesprochen worden.

Grüße
Anja
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: breschdlingsgsaelz am Mai 26, 2008, 09:59
Ich denk aber, dass so ein Sporttreibender meist auch eine recht gute eigene Wahrnehmung der Blutzuckersituation und Insulinwirkung entwickelt.
Damit habe ich leider noch diverse Schwierigkeiten, vor allem beim Radfahren mess ich manchmal 50 und denke mir gehts noch gut. Ich hoffe mal, das wird noch besser...
Das, was Du mißt, ist Dein Blutzucker. Das, was Dein Befinden steuert, ist der Zucker im Gewebe. Es kann Dir also mit einem Blutzucker von 30 noch gut gehen, genauso, wie Du mit einem Blutzucker von 60 schon in den Seilen hängen kannst.

Sehr interessant, das Du und Joa dazu schreiben - aber ich stehe grade auf dem Schlauch, was Du mir damit sagen willst. Ausserhalb von sportlichen Aktivitäten kann ich einen BZ von <70 recht zuverlässig erkennen. Beim Sport ist es schon so, dass ich bei UZ weniger leistungsfähig bin, aber beim Radfahren merke ich das nicht so schnell, weil die Geschwindigkeit halt auch von so vielen anderen Faktoren abhängt.

Dass die "interstitielle BZ-Messung" etwas verzögert ist, habe ich schon mitbekommen. Ich hatte gehofft, dass die "Trend-Analyse" über die Geschwindigkeit des BZ-Anstiegs und -Abfalls, die der FSN wohl hat einigermassen taugt, um UZ (oder auch ÜZ, aber damit hatte ich bisher keine Probleme) rechtzeitig zu erkennen. Hatte gestern beim Radfahren Werte zwischen 58 und 204 und habe da gar keinen Unterschied bemerkt...
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Llarian am Mai 26, 2008, 10:54
Ich denk aber, dass so ein Sporttreibender meist auch eine recht gute eigene Wahrnehmung der Blutzuckersituation und Insulinwirkung entwickelt.
Damit habe ich leider noch diverse Schwierigkeiten, vor allem beim Radfahren mess ich manchmal 50 und denke mir gehts noch gut. Ich hoffe mal, das wird noch besser...
Das, was Du mißt, ist Dein Blutzucker. Das, was Dein Befinden steuert, ist der Zucker im Gewebe. Es kann Dir also mit einem Blutzucker von 30 noch gut gehen, genauso, wie Du mit einem Blutzucker von 60 schon in den Seilen hängen kannst.

Sehr interessant, das Du und Joa dazu schreiben - aber ich stehe grade auf dem Schlauch, was Du mir damit sagen willst.
Du hast in Deinem Körper drei Abteilungen mit Flüssigkeiten, in denen es Glukose gibt: das Blut, das Zwischenzellwasser (Interstitium) und das Gewebewasser in den Zellen. Jede Zelle braucht zum Erfüllen ihrer Aufgaben Energie, die normalerweise von Glukose gestellt wird. Deshlab haben auch Nichtdiabetiker keinen Blutzucker vn 0 sondern um die 100 mg/dl, damit die konstante Versorgung mit Energie möglich ist. Verbraucht wird die Energie in der Zelle, also ist das der eigentliche Wert, der interessant wäre: wie ist der Energieversorgungsstand meiner Zelle. Nur können wir diesen Wert leider nicht messen. Wir können den Wert im Blut leicht und schnell messen. Und mit dem CGMS den im Intersitium. Das wäre vielleicht vergleichbar mit dem Benzinvorrat der Tankstelle oder des Tankwagens. Aber das sagt mir nichts darüber, wieviel Benzin in meinem Auto im Tank ist und ob ich damit von der Arbeit nach Hause komme oder unterwegs liegen bleibe.
Wenn Du also einen niedrigen Wert bemerkst, bemerkst Du ihn körperlich nicht, weil im Blut die Glukose fehlt, sondern, weil sie im Gewebe fehlt, wo sie gebraucht wird und wo die Funktion dieses Gewebes wegen Energiemangel nicht mehr voll ausgeführt werden kann. Also Muskelschwäche, wenns im Muskel fehlt, verschwommenes Sehen, wenn die Netzhaut unterversorgt ist, Unkonzentriertheit, wenn das Gehirn unterversorgt ist... Der Glukosewert im Blut hat darauf keinen Einfluß, ist aber meist ähnlich dem des Gewebezuckers. Das Gewebe der Nebennierenrinde reagiert auf niedrigen Glukosegehalt mit Ausschüttung von Adrenalin, was Unterzuckerungssymptome wie Zittern, Schwitzen etc zur Folge hat und ein Warnsignal darstellt.

Was ich also sagen wollte ist, daß das, was Du mit einem Testgerät abliest, nicht das ist, was Du eigentlich wissen willst. Wissen willst Du den Gewebezucker, messen tust Du den Blutzucker.

Grüße
Anja
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joa am Mai 26, 2008, 19:58
Was ich also sagen wollte ist, daß das, was Du mit einem Testgerät abliest, nicht das ist, was Du eigentlich wissen willst. Wissen willst Du den Gewebezucker, messen tust Du den Blutzucker.

Also ich will da erst mal nur den Gewebezucker im cerebralen Bereich wissen. Weil wenn das Brain hypoglykämisch wird, hat *mich* die Hypo sicher am Wickel.
Die restlichen Symptome von Sehen, Hören und so weiter können ja auch unterschiedliche Ursachen haben. Sowohl im Glucosemangel für die cerebrale Signalverarbeitung, als ggf. vielleicht auch im jeweiligen Organgewebe.

Hinzu kommt noch, dass die Glucosekonzentration der verschiedenen Gewebe des Körpers auch noch deutlich unterschiedlich sein kann.
Je nachdem, welches Gewebe grade mehr verbraucht. Über den Blutstrom kann das Gewebe A dann nur einen Ausgleich an Gewebe B abgeben, wenn im Bereich von Gewebe A das kapillar zuströmende Blut eine niedrigere Glukosekonzentration hat, als Gewebe A selber.

Gruß
Joa

p.s.
Ich glaub ich steig mal wieder grundsätzlich von der Glucose auf die Glukose um. Sonst geht das immer wieder durcheinander bei mir.


Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: breschdlingsgsaelz am Mai 27, 2008, 09:17

Was ich also sagen wollte ist, daß das, was Du mit einem Testgerät abliest, nicht das ist, was Du eigentlich wissen willst. Wissen willst Du den Gewebezucker, messen tust Du den Blutzucker.
Also bisher war es schon so, dass ein niedriger BZ wert auch Anzeigen für eine leichte Hypo war. Mir ist das nur nicht aufgefallen, sondern meist haben mich meine Mitfahrer drauf hingewiesen. Die merken das daran, dass ich langsamer werde, ohne dass sie selbst schneller fahren (was ja auch gerne mal vorkommt). Insofern denke ich schon, dass ich das wissen will. Vielleicht interessiert mich nicht der absolute Wert, sondern die Geschwindigkeit des Abfalls.

Mit anderen Worten: eine Kontrolle, ob ich einigermassen im grünen Bereich bin und ob das auch in einer halben Stunde noch  so ist, würde mir sehr helfen. Zumindest so lange, bis ich abschätzen kann wieviele BEs ich so verbrauche.
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Llarian am Mai 27, 2008, 09:22
Mit anderen Worten: eine Kontrolle, ob ich einigermassen im grünen Bereich bin und ob das auch in einer halben Stunde noch  so ist, würde mir sehr helfen. Zumindest so lange, bis ich abschätzen kann wieviele BEs ich so verbrauche.
Ich denke mal, das wird das Haupteinsatzgebiet dieser Geräte werden: Nciht der Dauerbetrieb, sondern eine Phase, um den eigenen Stoffwechsel zu stabilisieren und kennenzulernen.

Grüße
Anja
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: LordBritish am Mai 27, 2008, 16:18
Ich denke mal, das wird das Haupteinsatzgebiet dieser Geräte werden: Nciht der Dauerbetrieb, sondern eine Phase, um den eigenen Stoffwechsel zu stabilisieren und kennenzulernen.

Sehe ich ähnlich wie Anja, ich denke auch das es mehr zur Überprüfung dienlich ist,
besonders beim Basalratentest in der Nacht.

Der Tragekompfort ist ja bestimmt auch nicht so prickeldn das man das wie eine Pumpe permanent jeden Tag 24 Stunden tragen möchte...

Aber ansonsten finde ich das schon super, so kann man schnell und einfach den Trend erkennen und hat einen Anhaltspunkt wo noch Verbesserung notwenig ist.


Viele Grüße

Markus
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Joerg Moeller am Mai 28, 2008, 14:18
Der Tragekompfort ist ja bestimmt auch nicht so prickeldn das man das wie eine Pumpe permanent jeden Tag 24 Stunden tragen möchte...

Guter Punkt: Joa, was kannst du uns denn dazu sagen?
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: hws am Juli 02, 2008, 15:28
Zitat
Welcher unserer Typ 2er hier, für die das Thema ja auch nicht ohne Belang sein sollte, liest in CSII?
Ich, weil ich nach ungelesenen Themen suche. Neues Board ist für mich nicht notwendig.
Zitat
.....ansonsten sind denn da die neuen Wortreversi-Beiträge auch spamartig überwiegend
dem kann ich mich nur 100%ig anschließen.

@ Joa
Ich danke Dir für Deine Mühe, die Du Dir mit der Zusammen- und Gegenüberstellung gemacht hast. Es hat mir sehr geholfen. Ich werde mir den Abbott Navigator anschaffen.

Adeus
HWS
Titel: Re: Vergleich Medtronic REAL-Time System und Abbott Navigator
Beitrag von: Hatti am Juli 08, 2008, 17:32
Der Tragekompfort ist ja bestimmt auch nicht so prickeldn das man das wie eine Pumpe permanent jeden Tag 24 Stunden tragen möchte...

Hallo LordBritish,

als ich 1989 mit der ersten Pumpe loslegte, war für mich nur eins wichtig: Ein Piekser alle 4-5 Tage und nicht 5 an einem Tag.
Das BZ messen hab ich genauso gern, da hätt ich lieber so ein Gerät mit  einem Pieks alle 5 Tage, als jeden Tag 3-6 Piekser.
Ich war ganz erfreut, als gestern die Werbung von Abott ins Haus kam.
Wenn das Gerät jetzt endlich das leistet, was die Werbung vor 20 Jahren schon versprochen hat.

GruZZZ Hatti