Diabetesinfo-Forum
Diabetesfragen => Allgemeiner Bereich => Thema gestartet von: Kalo am März 08, 2008, 14:42
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Hallo zusammen,
ich hatte jetzt die Möglichkeit, die beiden Geräte "an einem Blutstropfen" zu testen. Das Freestyle min liegt generell 20-30 Einheiten zu hoch :kreisch:
Detailliert ishet das so aus:
Freestyle mini Accu Chek compact plus
128 108
127 93
108 91
114 87
Das gibt mir doch zu denken, denn die Abweichungen sind ja doch ausschlaggebend, bei den Messungen mit dem Freestyle mini würde ich jedes Mal korrigieren, bei dem Acchu Chek compact plus nicht.
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ich hatte jetzt die Möglichkeit, die beiden Geräte "an einem Blutstropfen" zu testen. Das Freestyle min liegt generell 20-30 Einheiten zu hoch :kreisch:
Das gibt mir doch zu denken, denn die Abweichungen sind ja doch ausschlaggebend, bei den Messungen mit dem Freestyle mini würde ich jedes Mal korrigieren, bei dem Acchu Chek compact plus nicht.
Erstens soll man keine Geräte untereinander vergleichen, sondern nur zum Labor und
zweitens ist das Freestyle Mini plasmakalibriert...
Grüße
Anja
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Erstens soll man keine Geräte untereinander vergleichen, sondern nur zum Labor und
zweitens ist das Freestyle Mini plasmakalibriert...
Ok, soweit die Theorie.
In der Praxis landet man aber beim Freestyle mini nach einer erfolgreichen Korrektur aus Sicht des Accu Chek in der Nähe einer Hypo.
Da kann es nur helfen, wenn man parallel dazu die Info bekommt, wo denn der Referenzwert liegt, beim plasma- oder beim vollblutkalibriertem Gerät.
Wobei die Kalibration eigentlich keinen Unterschied machen soll, der Wert ist ja nicht in % angegeben, der wird in mg/dl angegeben. Und der wiederum ist unabhängig vom Kalibrationsverfahren.
Grüße
Frank
Mein doc hat auch ein anderes Gerät als ich. Beide Werte stimmen aber erstaunlich gut überein.
Daher gehe ich davon aus, dass beim Kalo eines der Geräte "nach dem Mond" geht.
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eines der Geräte "nach dem Mond" geht
Das glaube ich nicht. Seit ich messe, stelle ich das Gleiche fest.
Egal welches Gerät ich aus der Accu Chek Serie nehme, die Differenz zum FreeStyle mini ist in etwa immer gleich.
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Das glaube ich nicht. Seit ich messe, stelle ich das Gleiche fest.
Egal welches Gerät ich aus der Accu Chek Serie nehme, die Differenz zum FreeStyle mini ist in etwa immer gleich.
Dann fehlt bei den Geräten ein Korrekturfaktor. Entweder sind da 100 mg Glukose in einem 10tel Liter Blut oder nicht. Messtoleranz ist ok, die streut aber. Messwertdifferenzen zwischen 20 und 35 % sind ohne deutlichen Hinweis auf Referenzwerte schon gefährlich.
Oder aber die Geräte messen nicht das Gleiche: Eines misst nur Vollblut, das andere nur Plasma.
Dann wäre es aber interessant zu wissen, ob sich die Werte für Nierenschwelle, Hypobereich und normaler Nüchternwert auf Vollblut oder Plasma beziehen und wie ggf die Umrechnung geht.
Sonst machen diese Werte keinen Sinn.
Grüße
Frank
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Oder aber die Geräte messen nicht das Gleiche: Eines misst nur Vollblut, das andere nur Plasma.
Jau. Genau das meint eine Kalibrierung.
Dann wäre es aber interessant zu wissen, ob sich die Werte für Nierenschwelle, Hypobereich und normaler Nüchternwert auf Vollblut oder Plasma beziehen
Du bedenkst, daß diese nicht-Laborgeräte eine Messtoleranz von 10-15% haben?
und wie ggf die Umrechnung geht.
12 Prozent.
Grüße
Anja
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Du bedenkst, daß diese nicht-Laborgeräte eine Messtoleranz von 10-15% haben?
Des isch klar :)
Nur wenn ich methodisch schon 12 % danebenliege und dann noch 15 % Messfehler voll ausschöpfe, dann addiert sich das zu 29 % (1,15*1,12)
Von einer Nierenschwelle von 160 mg/dl ausgehend wären das dann 206 oder 114 mg/dl als Nierenschwelle.
Messfehler alleine, ohne die 12 %, wäre 184 bis 136.
Ich für meinen Teil sehe 114 mg/dl als Tageswert als akzeptabel an und käme nie auf die Idee, in der Nähe der Nierenschwelle rumzukrebsen. (Ja ich weiß, das ist der Extremfall.)
und wie ggf die Umrechnung geht.
12 Prozent.
Plasma minus 12 % oder Vollblut plus 12 %?
Und was ist die Referenz? Plasma oder Vollblut?
Ich weiß, ich nerve ;D
Grüße
Frank
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Du bedenkst, daß diese nicht-Laborgeräte eine Messtoleranz von 10-15% haben?
Des isch klar :)
Nur wenn ich methodisch schon 12 % danebenliege...
Nö!
Wenn Du davon ausgehst, dass Dein Artz ein Laborgerät hat, das die Glucose im Plasma misst, bist Du mit einem Plasma-Kalibrierten Gerät methodisch richtig.
Wenn Du davon ausgehst.... im Vollblut misst, .....Vollblut-Kalibrierten Gerät methodisch richtig.
LG|Adrian
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Wenn Du davon ausgehst, dass Dein Artz ein Laborgerät hat, das die Glucose im Plasma misst, bist Du mit einem Plasma-Kalibrierten Gerät methodisch richtig.
Wenn Du davon ausgehst.... im Vollblut misst, .....Vollblut-Kalibrierten Gerät methodisch richtig.
Und meine Nierenschwelle fragt dann nach, ob mein Doc plasma- oder vollblutkalibriert misst und richtet sich danach?
Mein unfachmännisches Gefühl sagt mir, dass dann, wenn Vollblut- und Plasmageräte etwa 12 % auseinanderliegen, auch die Referenzen für die Normwerte 12 % auseinanderliegen sollten. Oder dass eben angegeben ist, ob sie für Plasma oder Vollblut gelten.
Wenn du 12 % zu kurz misst weil du ein Metermaß aus Buxtehude hast, passt die Tür ja auch nicht in den Rahmen, wenn der mit dem Metermaß aus Hintertupfingen ausgemessen wurde. Das hintertupfinger Meter ist methodisch 12 % länger als das aus Buxtehude.
Methodisch richtig wäre, wenn die Tür passt. Oder wenn dir gesagt wird, dass das Meter aus Hintertupfingen als Referenz gilt. Dann sollte die im Rahmen der zulässigen Toleranzen auch passen.
Grüße
Frank
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Ne, Deine Nierenschwelle fragt nicht. Die ist auch nicht auf die 34ste NAchkommastelle bestimmt, sondern schwankt sogar. Überhaupt sollte man sich flottestmöglich von der Vorstellung der exakten Messungen mit handelsüblichen BZ-Messgeräten lösen, der Begriff "Schätzeisen" kommt nicht von ungefähr. So sehr auch Computerprogramme, schickes Design bei Messgeräten und digitale Messwertanzeigen Exaktheit vorgaukeln: sie ist nicht da.
Grüße
Anja
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Ne, Deine Nierenschwelle fragt nicht. Die ist auch nicht auf die 34ste NAchkommastelle bestimmt, sondern schwankt sogar.
Hatte ich auch nicht anders erwartet 8)
Überhaupt sollte man sich flottestmöglich von der Vorstellung der exakten Messungen mit handelsüblichen BZ-Messgeräten lösen, der Begriff "Schätzeisen" kommt nicht von ungefähr. So sehr auch Computerprogramme, schickes Design bei Messgeräten und digitale Messwertanzeigen Exaktheit vorgaukeln: sie ist nicht da.
Ja, die haben einen zulässigen Messfehler von 15 %.
Zusammen mit den 12 % Unterschied per Messmethode macht das im Extremfall knapp 30 %.
Liegt mein BZ bei 220, dann kann der gemessen zwischen 286 und 154 liegen. Mit einem 100er Ziel korrigiere ich also bei der 30 Regel von gemessen 286 mit 286-100=186 und 186/30 = 6 Einheiten. Und lande dann bei echten 220-180 = 40 :kreisch:
Nehme ich die 12 % aus der Rechnung raus, dann sieht die Sache so aus: 220 BZ wird gemessen als 253. Die werden mit 5 Einheiten korrigiert und man endet bei echten 70.
Die 30 mg/dl machen durchaus einen Unterschied.
Shit happens, daher gleichen sich die Fehler im Extremfall nicht aus sondern schaukeln sich auf.
Wobei das Problem im normalglykämischen Bereich von um die 100 nicht so dramatisch existiert. :nein:
Grüße
Frank
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Hallo
die Nierenschwelle ist doch das, wo der Körper anfängt die Glycose loswerden zu wollen, und die mit zu Hilfe nahme aller Wasserreserven über die Nieren ausschemmt, oder verwechlse ich da jetzt was ? Was hat denn das mit dem Messwert von meinem BZ -Messgerät zu tun ?
liebe Grüsse Vera
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Erstens soll man keine Geräte untereinander vergleichen, sondern nur zum Labor und
zweitens ist das Freestyle Mini plasmakalibriert...
Ok, soweit die Theorie.
In der Praxis landet man aber beim Freestyle mini nach einer erfolgreichen Korrektur aus Sicht des Accu Chek in der Nähe einer Hypo.
Das ist aber irrelevant, weil den Plasmakalibrierten Geräte eine höhere Aussagekraft zuzuordnen ist. Plasmakalibration ist ein Quasi-Standard und wird auch von den großen Laborgeräten verwendet.
Die Grenzwerte, ab wann eine Hypo per medizinischer Definition eine Hypo ist wurden auch nicht mit einem Vollblut-Heimmessgerät ermittelt.
Das Ganze kann man als gute Beispiel dafür nehmen, warum man nur ein BZ-Gerät verwenden sollte. Ganz sicher aber keine zwei, die dann auch noch unterschiedlich kalibriert sind! :nein:
Die Frage, warum es überhaupt zwei so unterschiedliche Methoden gibt ist in etwas vergleichbar mit VHS zu Betamax oder HD DVD zu BlueRay: weil es immer einen gibt, der meint sein Ding durchziehen zu können.
Mein Tip: Nur ein Messgerät verwenden und wenn schon zwei, dann zumindest zwei vom gleichen Typ.
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Die Frage, warum es überhaupt zwei so unterschiedliche Methoden gibt ist in etwas vergleichbar mit VHS zu Betamax oder HD DVD zu BlueRay: weil es immer einen gibt, der meint sein Ding durchziehen zu können.
Ist das nicht eher historisch begründet?
Plasma ist genauer und die Laborgeräte messen im Plasma... die ersten Messgeräte konnten das nicht und haben im Vollblut gemessen. Die modernen können das zwar auch noch nicht, aber haben die Elektronik, das plasmaäquivalent umrechnen zu können...
Grüße
Anja
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Die Frage, warum es überhaupt zwei so unterschiedliche Methoden gibt ist in etwas vergleichbar mit VHS zu Betamax oder HD DVD zu BlueRay: weil es immer einen gibt, der meint sein Ding durchziehen zu können.
Ist das nicht eher historisch begründet?
Sehe ich nicht so (ist aber Ansichtssache). Immerhin ist Plasma der Standard und andere Hersteller haben schon gezeigt, daß man es umsetzen kann.
Plasma ist genauer und die Laborgeräte messen im Plasma... die ersten Messgeräte konnten das nicht und haben im Vollblut gemessen.
Dazu vielleicht mal die Erklärung:
Vollblut= ist das Blut, so wie es aus dem Körper kommt; mit allen Zellen die im Blut so rumschwimmen
Plasma= ist die Menge des Blutes, die von den meisten festen Bestandteilen wie rote und weiße Blutkörperchen befreit ist.
Deswegen erscheint Vollblut auch rot (->rote Blutkörperchen) und Plasma weiß-gelblich.
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[...] weil den Plasmakalibrierten Geräte eine höhere Aussagekraft zuzuordnen ist. Plasmakalibration ist ein Quasi-Standard und wird auch von den großen Laborgeräten verwendet.
Die Grenzwerte, ab wann eine Hypo per medizinischer Definition eine Hypo ist wurden auch nicht mit einem Vollblut-Heimmessgerät ermittelt.
Ok, das war, was ich wissen wollte: Die Referenz bezieht sich auf Plasmawerte. Dann misst also mein Aviva methodisch etwa 12 % geringere Werte als im Labor gemessen würde. Messe ich 100, dann hätte ich im Laborgerät (Messfehler außen vor) rund 112 mg/dl.
Die Referenzmenge Blut ist halt anders wenn alle Feststoffe fehlen.....
Grüße
Frank
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Dann misst also mein Aviva methodisch etwa 12 % geringere Werte als im Labor gemessen würde. Messe ich 100, dann hätte ich im Laborgerät (Messfehler außen vor) rund 112 mg/dl.
Richtig.