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Diabetesfragen => Allgemeiner Bereich => Thema gestartet von: Siggi©® am Januar 15, 2008, 10:01

Titel: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Siggi©® am Januar 15, 2008, 10:01
Habe nen interessanten Artikel gefunden und wollte euch den nicht vorenthalten .....



Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten

Die weltweiten Richtlinien zur Behandlung von Diabetes mellitus hatten bis vor kurzem kein Management des Blutzuckers nach Mahlzeiten vorgesehen. Nun jedoch hat die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) den aktuellen Empfehlungen der meisten führenden Diabetes- und Gesundheitsorganisationen Rechnung getragen. Sie empfiehlt Diabetikern in ihrer neu erschienenen Leitlinie den Blutzucker verstärkt nach den Mahlzeiten zu kontrollieren.

Neue Erkenntnisse zur Blutzuckermessung nach Mahlzeiten
Bis vor kurzem war die Senkung des Nüchternglukosewertes bzw. Blutzuckerspiegels vor den Mahlzeiten eine der Hauptempfehlungen für gutes Diabetesmanagement. Neueste Studien deuten jedoch auf einen Zusammenhang zwischen Blutzuckermessung nach den Mahlzeiten und einer besseren Stoffwechseleinstellung von Diabetikern hin.Bei Personen mit normalem Zuckerstoffwechsel wird der Blutzuckerspiegel automatisch vom Körper überwacht und reguliert. Nach den Mahlzeiten schüttet der Körper ausreichend Insulin aus, um den Blutzucker im normalen Bereich zu halten - dieser übersteigt nur selten 7,8 mmol/l (140 mg/dl) und fällt in der Regel innerhalb von 2-3 Stunden wieder auf die Werte vor den Mahlzeiten ab. Bei Menschen mit Diabetes kann der Körper den Blutzuckerspiegel nicht automatisch regulieren. Nach dem Essen weisen diese Personen oft übermäßig lange einen erhöhten Blutzuckerwert auf.
Blutzuckerselbstkontrolle liefert wertvolle „Echtzeit-Informationen"
Dem aktuellen Kenntnisstand folgend rät der neue IDF-Leitfaden Diabetikern, ihren Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten für zwei Stunden auf unter 7,8 mmol/l (140 mg/dl) zu halten.In diesem Zusammenhang spricht sich die IDF dafür aus, dass der Patient nach den Mahlzeiten seinen Blutzucker selbst kontrolliert. Die gemessenen Werte lieferten „Echtzeit-Informationen" über den Blutzuckerspiegel. Mit deren Hilfe könne der Arzt die Behandlung rechtzeitig anpassen, um den Blutzucker innerhalb des Zielbereichs zu halten.

Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten senken:
Empfehlungen der IDF"Die IDF empfiehlt Diabetikern, körperliche Betätigung, gesunde Ernährung und Gewichtskontrolle in ihren täglichen Behandlungsplan aufzunehmen", so Prof. Antonio Ceriello, Vorsitzender der Arbeitsgruppe für die Erarbeitung von Leitfäden. "Dies sind weiterhin die Eckpunkte eines effizienten Diabetes-Managements; sie senken nicht nur den Blutzuckerspiegel nach den Mahlzeiten, sondern wirken sich auch positiv auf Blutdruck und Cholesterinspiegel aus". Der Leitfaden enthält überdies Informationen über verschiedene Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung, die speziell auf den Blutzuckerwert nach Mahlzeiten abzielen.

Die Leitlinie steht (bislang nur in englischer Sprache) als pdf-Dokument (628 kB) auf der Internetseite der IDF zum Download bereit.Quelle: Presseportal.de; www.diabetes-world.net
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Zuckerbär am Januar 15, 2008, 10:15
Daß ich den Blutzucker 3 Stunden nach dem Essen auf 140 senken soll, wurde mir bei meiner Schulung im Juni 2007 schon beigebracht.
In der Praxis hat sich dann bewährt, daß ich nach 2 Stunden nach dem Essen in einem Bereich von 100 bis 130 bin.
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Alf am Januar 15, 2008, 10:25
Ich habe das etwas anders verstanden: Grundsätzlich nach dem Essen nicht über 140 und 3 Stunden nach der Mahlzeit wieder im Zielbereich / "auf dem Zielwert". ;)

Wer ein Analoginsulin als Bolusinsulin verwendet, wird nicht glücklich wenn er 3 Stunden nach dem Essen bei 140 liegt (vorausgesetzt sein Zielwert liegt eher bei ~100 mg/dl), denn nach 3 Stunden wirkt das Analoginsulin nicht mehr sonderlich...

Viele Grüße, Alf.
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Angela am Januar 15, 2008, 11:10
Ich habe das etwas anders verstanden: Grundsätzlich nach dem Essen nicht über 140 und 3 Stunden nach der Mahlzeit wieder im Zielbereich / "auf dem Zielwert". ;)

Ja so hab ich es auch gelernt
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Archchancellor am Januar 15, 2008, 12:10
Mit anderen Worten, der BZ darf nach dem Essen nicht über 140??
Habe gelernt, dass der BNZ nach 1 Stunde bei 160 liegen solle :kratz:

WAS stimmt denn nu??

Archchancellor
Auch der Olymp ist öde ohne Liebe.
(Heinrich von Kleist)
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joerg Moeller am Januar 15, 2008, 12:59
Mit anderen Worten, der BZ darf nach dem Essen nicht über 140??

Ersetz mal "darf" gegen "sollte"...

Zitat
Habe gelernt, dass der BNZ nach 1 Stunde bei 160 liegen solle :kratz:

Was meinst du mit BNZ?

Richtig ist, daß er nach einer Stunde nicht über 160 liegen sollte und nach 2 Stunden und länger nicht über 140.

Die 160 können auch von Nicht-Diabetikern erreicht werden. (Je nachdem, was sie da gegessen haben)
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Archchancellor am Januar 15, 2008, 15:39
Zitat
Habe gelernt, dass der BNZ nach 1 Stunde bei 160 liegen solle :kratz:

Was meinst du mit BNZ?

Richtig ist, daß er nach einer Stunde nicht über 160 liegen sollte und nach 2 Stunden und länger nicht über 140.
Wurstfinger :o

Meinte nur BZ

Archchancellor
Leben - es gibt nichts Selteneres auf der Welt. Die meisten Menschen existieren nur.
(Oscar Wilde)
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: johann am Januar 15, 2008, 16:35
Zitat
Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Die Praxis Leitlinien der Deutsches Diabetes Gesellschaft DDG beinhalten bereits seit einigen Jahren auch einen postprandialen Zielwertbereich: 1-2 h : 160 - 140 mg/dl zu einer guten Stoffwechselführung für Diabetiker.
Dies entspricht:
Zitat
Richtig ist, daß er nach einer Stunde nicht über 160 liegen sollte und nach 2 Stunden und länger nicht über 140.

Die Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten ist somit zumindest in Deutschland nicht neu.


Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Siggi©® am Januar 15, 2008, 16:54
neu war für mich zb das es empfohlen wird

wir haben gelernt das man die pp Werte nur beim Tagesprofil nimmt (1x die Woche)

wie verhält man sich nu bei 180? korrigiert man in den laufenden Bolus? oder ignoriert man diesen Wert?
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Hexe am Januar 15, 2008, 17:06
Hallo Siggi

 ich bin keine Expertin, aber ich würde sagen,nicht in den laufenden Bolus korrigieren, sonderm dokumentieren, wieviele BE´s und welche das waren, beim nächsten mal dann entsprechend mehr Insulin vor der Mahlzeit oder den SEA entsprechend vergrössern, je nachdem wie das mit den 180mg/dl weiter geht

liebe Grüsse Vera
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Oggy am Januar 15, 2008, 17:27
Hallo Hexe, hallo Siggi,

also - ich bin ja erst seit 04/2007 süß - mir hat man aber beigebracht -  und so mache ich´s auch erfolgreich: ist der BZ 2h nach den Mahlzeiten bei oder über 160 mit 1IE zu korrigieren . Wegen der Nachwirkung des Essensbolus den Zielwert dabei etwas höher ansetzten. Bei 190 also 2 IE Korrektur usw...

Zum postprandialen Messen: das ist aus meiner Sicht sinnvoller - ich hatte über Monate das Problem, dass ich zwar 4h nach dem Essen im Zielbereich von~ 100 war - aber 1-2h nach dem Essen immer jenseits der 250 - hatte sich ziemlich mies auf den 1c ausgewirkt...

Den allseits beliebten SEA habe ich vollständig über Bord gekippt: Grundbolus jeweils zum Essen mit Actrapid, ist Korrektur nötig (nicht oft, aber es kommt vor), dann mit Novo. So bin ich 4h nach dem Essen IMMER im Zielbereich. Aussetzer nach oben gibts selbstredent immer...
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joerg Moeller am Januar 15, 2008, 18:29
Den allseits beliebten SEA habe ich vollständig über Bord gekippt:

Das hat nichts mit beliebt zu tun. Mir fallen eine Menge Bezeichnungen zum SEA ein aber "beliebt" ist gewiß nicht darunter!

Der SEA kann notwendig sein, damit die Wirkung der Glucose aus der Mahlzeit und die Wirkung des Insulins zur gleichen Zeit im Blut auftauchen. Überwiegt die Glucose steigt der BZ, überwiegt das Insulin sinkt er (und kann in einer Hypo enden).

Was passiert: das Essen wandert in den Magen. Ist der BZ vor dem Essen zu hoch, der Magen zu voll oder die Speise zu fettig bleibt die Mahlzeit länger im Magen. Ist der BZ vor dem Essen zu niedrig, die Mahlzeit gering oder flüssig verkürzt das die Verweildauer im Magen.
Vom Magen geht es in den Zwölffingerdarm. Da kommen aus der BSD noch die Enzyme dazu, die die Nahrung weiter aufspalten: Amylasen um die KH zu Einzelbausteinen zu spalten, Lipasen um die Fette zu spalten, Peptidasen um die Proteine zu spalten. Spaltet man sie nicht sind sie zu groß, um vom Darm ins Blut überzugehen. Sind die KHs sehr groß, dann dauert es länger sie aufzuspalten.

Von den Darmzotten, die sehr dicht mit kleinsten Haargefäßen durchzogen sind gelangen die Einzelbausteine (Monosaccharide wie z.B. Glucose) ins Blut => Der BZ steigt.

Das Blut gelangt sehr schnell durch den Körper. Normalerweise pumpt das Herz pro Schlag 70-100 ml = bei einer Herzfrequenz von 80 wären das 5,6 - 8 Liter pro Minute. So dauert es beim Nichtdiabetiker nicht lange, bis das Blut mit dem erhöhten BZ an den Betazellen vorbeifließt, die das merken und entsprechend reagieren. Und "vorgewarnt" wurden sie schon, als die Nahrung im Darm die Bildung des Hormons GLP-1 angestoßen hat. Deswegen können sie gleich eine brauchbare Menge abgeben und müssen nicht erst mühsam etwas bilden (Das ist bei vielen Diabetikern gestört)

Der Insulinpflichtige Diabetiker spritzt sich sein Insulin aber selber. Er muß also einkalkulieren, daß das Insulin nach dem Spritzen erstmal durch umliegendes Gewebswasser verdünnt werden (damit es in ausreichend kleine Einzelbausteine (Monomere) oder Doppelbausteine (Dimere) zerfallen kann) und dann ins Blut abgegeben werden muß. Und das relativ (aber nicht vollkommen!) gleichmäßig.

Man kann zwar nicht in sich reinschauen und nachfragen, wie weit die da unten gerade sind, aber man kann seinen BZ messen. Misst man 60(90 bei Normalinsuin) Minuten nach dem Essen, dann kann man Aussagen zum SEA treffen. Ist der BZ da gegenüber dem BZ vor dem Essen zu hoch, dann war der SEA zu kurz. Das Insulin hatte keine Chance zur gleichen Zeit wie die Glucose aus der Mahlzeit die Ziellinie zu erreichen. Will man das aber erreichen muß man was tun? Richtig: dem Insulin einen Vorspung geben. Also darf das Insulin entsprechend früher in den Körper als die Mahlzeit.

Ist der BZ um diesen Zeitpunkt gegenüber dem Ausgangswert zu niedrig, dann war der SEA zu lang. Hier war es genau anders herum: die Glucose aus der Mahlzeit hatte keine Chance gegen das Insulin.

Ja, aber was ist, wenn ich gar keinen SEA einhalte und das dann trotzdem noch zu einem zu niedrigem BZ nach 60(90) Minuten führt?

Auch dann kann man den SEA noch verkürzen. Ist der SEA 20 Minuten und man verkürzt um 10 ist das Ergebnis 10 Minuten. Ist der SEA Null und man verkürzt um 10 Minuten ist das Ergebnis minus 10 Minuten. Das bedeutet, man spritzt erst 10 Minuten nach dem Essen.

Um das Ganze optimal aufeinander abzustimmen ist es hilfreich zu wissen, was die beiden Kontrahenten "Glucose" und "Insulin" in ihrer Geschwindigkeit beeinflusst: (Pluszeichen = verlängert; Minuszeichen = verkürzt die Zeit bis zum Eintreffen im Blut)

Glucose:
+ Hoher Ausgangs-BZ (über 160 mg/dl (9 mmol/l)
+ Niedriger GI (Glykämischer Index)
+ Viel Fett in der Mahlzeit
+ Magenentleerungsstörungen
+ großes Mahlzeitenvolumen
- kleines Mahlzeitenvolumen
- flüssige Mahlzeit (->Cornflakes!)
- niedriger Ausgangs-BZ (unter 80 (4,5)
- nach bestimmten Medikamenten (Metoclopramid (Paspertin) beschleunigt die Magen-Beweglichkeit)

Insulin:
+ Tageszeitabhängige Resistenz (ändert nichts an der Resorption aber verbraucht mehr Insulin für die gleiche Wirkung)
+ kalte Umgebung (Unterhautfettgewebe wird weniger gut durchblutet; z.B. im Freien im Winter)
+ Verhärtungen in der Spritzstelle (sog. Lipodystrophien; sind weniger gut durchblutet)
+ Flüssigkeitsdefizit (Dehydratation; ist man ausgetrocknet dauert es länger, bis das gespritze Insulin ausreichend verdünnt ist)
+ starkes Fettgewebe (ist zur Haut hin weniger gut durchblutet)
- warme Umgebung (wenn man z.B. gerade in der Sauna oder einem heißen Bad war; oder auch im Sommer)
- dünnes Fettgewebe (ist besser durchblutet)
- nach körperlicher Aktivität (Haut ist besser durchblutet und Insulin wirkt grundsätzlich stärker
- wenn man versehentlich ein Blutgefäß anpunktiert (dann geht ein Teil des Insulin quasi i.v. ins Blut)

Es hat also nichts mit Beliebtheit zu tun, sondern ist einfach ein Berücksichtigen der physiologischen Gegebenheiten.
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joerg Moeller am Januar 15, 2008, 18:32
wir haben gelernt das man die pp Werte nur beim Tagesprofil nimmt (1x die Woche)

Ja, so hab ich das auch noch gelernt. Plus: bei unbekannten Speisen (um dafür beim nächsten Mal den SEA besser abschätzen zu können)

Zitat
wie verhält man sich nu bei 180? korrigiert man in den laufenden Bolus? oder ignoriert man diesen Wert?

Kommt drauf an wann du misst: bei KIA würde ich frühestens nach 120 Min. korrigieren, bei NI frühestens nach 180 Min. Dann aber auch entsprechend vorsichtiger (indem ich z.B. nicht 100 als Zielwert nehme wie sonst sondern 120).

Das muß aber jeder für sich selbst rauskriegen bzw. mit seinem Arzt besprechen.
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: hws am Januar 15, 2008, 19:03
Danke Jörg,
Du hast mich ein ganzes Stück weitergebracht. Ich habe eine Zeit lang meine pp-Werte beobachtet. Jeweils SE-Abstand null wie auch sonst. Selten hatte ich mal einen Anstieg auf >150 mg/dl (jeweils nach einer Stunde).
Aber fast genauso oft war nach einer Stunde der BZ niedriger, als nach 2 Stunden.
Nun ist's mir klar.
Nachmals, danke.

Adeus

HWS
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: unknown am Januar 15, 2008, 19:53
Wer ein Analoginsulin als Bolusinsulin verwendet, wird nicht glücklich wenn er 3 Stunden nach dem Essen bei 140 liegt (vorausgesetzt sein Zielwert liegt eher bei ~100 mg/dl), denn nach 3 Stunden wirkt das Analoginsulin nicht mehr sonderlich...

Viele Grüße, Alf.

Das wird in der Regel wohl so sein wenn man von normalen IE Gesamtdosen für den Bolus ausgeht. Bei Großen Bolusgaben wirken auch Analoginsuline länger.
Als Faustregel setze ich mal 7IE Gesamtdosis = Wirkdauer vom Beipackzettel. 21 IE Gesamtdosis = Doppelte Wirkdauer vom Beipackzettel. Das ist übrings unabhängig ob Analog oder Humansinsulin.

Grüßle

Norbert
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: MrElch am Januar 15, 2008, 22:37
Guten Abend...

mal so eine Frage, an die, die jetzt schon lange auf ihre PP-Werte achten und das auch erfolgreich alles einschätzen...

Wie macht ihr das?  :kratz:

Wenn ich das ja recht sehe, sind es viele Faktoren, die das alles beeinflussen...und die sind bei jedem anderen Essen
doch auch anders... Wenn ich meine Essgewohnheiten anschaue... also ich esse viele Sachen nicht, weil sie mir
nicht schmecken... Also andere essen viel vielfertiger als ich...

Es ist jetzt nicht, das ich über meine Werte oder so sprechen möchte... sondern nur vom überlegen her...

Wenn einer sagt, er hätte seit Monaten oder Wochen keine nennenswerten hohen BZ Werte gehabt...
und auch kaum PP-Werte über 140 oder 150... der muß ja seinen Körper mit irgendwelchen Sensoren ausgerüsstet haben...
Schätzt ihr das wirklich nur? Oder wiegt ihr auch? Stellt ihr fest, wieviel Fett oder anderes da drin ist?
Berechnet ihr, oder habt ihr nur Glück, das das fast immer passt?

Oder hilft da der Körper doch auch irgendwie noch weiter mit, auch ohne Insulin, das kleinere Abweichungen nicht schlimm sind?

Naja... eine letzte Möglichkeit wäre, ihr würdet Spock heißen...  ;)

Schöne Grüße

MrElch
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joerg Moeller am Januar 16, 2008, 02:12
Wenn ich das ja recht sehe, sind es viele Faktoren, die das alles beeinflussen...und die sind bei jedem anderen Essen
doch auch anders...

Das kannst du in etwa so halten wie mit Dr. Teupes 73 Gründen, warum ein Bolus nicht wie erwartet gewirkt hat (findet man hier (http://www.chrostek.de/index.php/Curriculum/73%20Gründe)).

Die Punkte, die ich da angeführt habe sind oft ein Grund dafür, warum ein SEA nicht wie erwartet funktioniert. Im wesentlichen beachte ich Uhrzeit, Fettgehalt und Ausgangs-BZ. Das ist jetzt auch nicht so, daß ich da immer jeden einzelnen Punkt berücksichtige, sondern aus Erfahrung (nach der Methode "Versuch und Irrtum" gewonnen) weiß, wann ich was brauchen könnte. Und das klappt auch nicht immer, aber meistens.

Zitat
Schätzt ihr das wirklich nur? Oder wiegt ihr auch? Stellt ihr fest, wieviel Fett oder anderes da drin ist?

Besonders Fett schätze ich nur. Abgewogen wird, wenn ich etwas nicht kenne oder gelegentlich mal, um mein Augenmaß zu "eichen".

Zitat
Berechnet ihr, oder habt ihr nur Glück, das das fast immer passt?

Beides. Wobei das "Berechnen" nach langen Jahren Diabetes nicht immer so im Sinne von "Multiplikation BE x Faktor" ist, sondern eher ansehen und wissen, wieviel BE man dafür in etwa braucht. Und ein Quentchen Glück ist sicher auch dabei.

Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Ufuk am Januar 16, 2008, 02:26
jörg das link ist tot   :nein:   :kratz:

Dr. Teupes 73 Gründen
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: brain am Januar 16, 2008, 08:00
Probier mal diesen hier:

73 Gründe (http://www.chrostek.de/index.php/Curriculum/73%20Gr%C3%BCnde)
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joerg Moeller am Januar 16, 2008, 14:46
Probier mal diesen hier:

73 Gründe (http://www.chrostek.de/index.php/Curriculum/73%20Gr%C3%BCnde)

Bei mir funktioniert auch der, den ich gebracht habe. Ist der IE7 doch nicht so übel, hm? :zwinker: ;D
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: johann am Januar 16, 2008, 14:53
Hallo,

ich finde Jörgs Beitrag (Datum/Zeit: Gestern um 18:32:41) "umwerfend" gut,
nicht nur weil ich es genauso halte wie von ihm beschrieben, sondern weil diese umfassend dargelegte Vorgehensweise mir schon seit Jahren HbA1c-Werte mit 5,1-5,4 (Ref.4,8-5,9) in einem Blutzuckerspektrum von 80 bis 140 beschert. Ganz selten sind Ausreißer  nach unten (60) oder nach oben (160), deren Ursache ich mir aber immer erklären kann. Ausreißer nach oben korrigiere ich stets nach der Hauptwirkzeit des Bolus.

Allerdings esse ich ziemlich regelmäßig gleiche Mengen gleicher Lebensmittel und
entscheide nach "Ansehen" und "Wissen" die Bolusmenge. Zur Eichung meiner Sinne
lege ich vor allem unbekannte Brotsorten auch schon mal auf die Waage.

Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: MrElch am Januar 16, 2008, 15:54
... nach langen Jahren Diabetes ...
Warscheinlich will ich wieder zuschnell zuviel auch verstehen und können... Ich muß mich da wohl zügeln.. und vorsichtiger
und langsamer an alles rangehen... mehr Geduld haben...

Zudem bemerke, je mehr ich darüber lese... also so Expertenwissen... das es alles ja eh nicht soooo einfach ist, wie man es einem
am Anfang erzählt... Was ja im nachhinein auch logisch ist, wenn man bedenkt, das man mit solch "einfachen" Mitteln ein Organ ersetzen will...
Naja... erinnert mich an Englisch... In der Schule sagte man uns auch.. Englisch sei viel einfacher als Deutsch...
Am Anfang stimmt das... bis dann plötzlich doch nicht erwähnte Zeitformen hinzukamen...  ;)

Und der Link funktionierte bei mir auch... IE7...  ;D
Ich hab dort auch ein bisschen "geschnüffelt"... aber es dann "erstmal" wieder weggeschoben...  :)

Wünsche noch einen schönen Tag und viel Gesundheit!

Viele Grüße
MrElch
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joerg Moeller am Januar 16, 2008, 17:16
Warscheinlich will ich wieder zuschnell zuviel auch verstehen und können...

Denk mal zurück an deine Berufsausbildung. Anfangs hat man da auch alles noch so gemacht wie man es gelernt hat. Später geht das alles Pi mal Daumen und klappt genauso gut. Warum? Weil man da mehr Praxis-Erfahrung hat.
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: hlk123 am Februar 01, 2008, 14:27
Hallo

Meine Daten sind:
Diabetestyp-2, ICT, Humalog, Protaphane(22:00)

Zeit     7:00     10:30   12:00   14:30    17:00
BZ      121        209      103      173        84           mg/dl
Bolus   6                       6                        6
BE       4                       4                        3
IE/BE   1,5                    1,5                     2

SEA Zeit  < 1 Minute

Wie kann man die PP-BZ Werte =< 140 mg/dl machen?
Nicht durch Vergrößerung des BE-Faktor .... Unterzuckerung?!
Durch SEA Zeitänderung? wie groß? 10 Minuten oder großer ...?

Danke für Deine Hilfe.
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Andi am Februar 01, 2008, 15:07
Durch SEA Zeitänderung? wie groß? 10 Minuten oder großer ...?

Nachdem jeder Mensch/Körper anders auf eine Therapie anspricht, kann Dir sicherlich keiner eine allgemeingülten Hinweis geben. :nein:
Da wirst Du Dich schon selber rantasten müssen. Etwas Geduld wirst Du da schon aufbringen müssen. :ja:
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joerg Moeller am Februar 01, 2008, 21:21
Wie kann man die PP-BZ Werte =< 140 mg/dl machen?
Nicht durch Vergrößerung des BE-Faktor .... Unterzuckerung?!

Beim DM1: Ja, das gäbe eine Hypo. Denn bei dem führt ein gespritztes Insulin dazu, daß Mittags alles im Lot ist. Du bist aber DM2 und ich weiß nichts über deine Restsekretion. Die könnte da nämlich auch noch korrigierend eingreifen. Das Protaphane von abends wird da nicht mehr sehr aktiv sein (wenn du keine riesigen Dosen spritzt. Und die 6 IE Humalog von morgens sind nach 3½ Stunden auch nur noch in homöopathischen Mengen vorhanden.

Miss doch mal um 8-8:30, wo du dann stehst. Dann kann man schon mehr sagen

Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: hlk123 am Februar 02, 2008, 13:27
Zitat von: Jörg Möller
ich weiß nichts über deine Restsekretion
In der Reha Klinik sagte der Diabetes Arzt, dass mein Körper noch "minimales" Insulin produziert. Genauer erfuhr ich nicht. :(

Zitat von: Andi
Etwas Geduld wirst Du da schon aufbringen müssen.
Ich war einen Monat lang in einer Reha Klinik für Diabetes in Nord Schwarzwald. Dort läßt es bestens experimentieren ... wenn man weiß wie!
Ich las das Buch "Gut leben mit Typ-1-Diabetes" von Jäckle u.a.               

Gestern Abend um
23:00 Uhr - Protaphane 16 Einheiten + ein BE Pudding ohne Humalog.

Heute:
7:00 - BZ 102 mg/dl

7:15 - 4 Einheiten Humalog

7:30 - 3 BE Frühstück

Zitat von: Jörg Möller
Miss doch mal um 8-8:30
8:30 - BZ 262 mg/dl

10:00 - BZ 174 mg/dl

11:00 - BZ 125 mg/dl

12:00 - BZ 96 mg/dl

Der Verlauf des BZ ist (für mich) typisch. Hoher PP Wert und normaler BZ Wert vor Mahlzeit. Deswegen kann ich doch nicht mehr Humalog spritzen!?

Frage:
o Wie läßt sich der PP Wert senken?  -->  < 160 mg/dl ?

o Wer verursacht die Abnahme des BZ um 10 Uhr, 11 und 12 Uhr? Humalog oder mein eigenes Insulin?
Zitat von: Jörg Möller
Humalog von morgens sind nach 3½ Stunden auch nur noch in homöopathischen Mengen vorhanden

o Wie sieht das Profil von Humalog genau aus? wg. SEA Probiererei.

Danke.
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joerg Moeller am Februar 02, 2008, 14:26
7:30 - 3 BE Frühstück

8:30 - BZ 262 mg/dl

Was genau hast du da gefrühstückt? Bei einem Faktor von 1,5 wären das 4,5 IE. Spritzt du halbe BE und wenn nicht: rundest du auf oder ab?

Zitat
10:00 - BZ 174 mg/dl

11:00 - BZ 125 mg/dl

Da kannst du das Ende des Humalogs ansehen, d.h. die Dosis passt. Was verbesserungsfähig ist wäre der BZ kurz nach dem Frühstück. Kann man mit einer SEA-Verlängerung erreichen oder mit einem niedrigerem Glykämischen Index, also BE, die nicht so schnell ins Blut gehen

Zitat
Der Verlauf des BZ ist (für mich) typisch. Hoher PP Wert und normaler BZ Wert vor Mahlzeit. Deswegen kann ich doch nicht mehr Humalog spritzen!?

Nein, nicht mehr. Aber gezielter.

Zitat
o Wie läßt sich der PP Wert senken?  -->  < 160 mg/dl ?

s.o.

Zitat
o Wer verursacht die Abnahme des BZ um 10 Uhr, 11 und 12 Uhr? Humalog oder mein eigenes Insulin?

Beide.

[/quote]o Wie sieht das Profil von Humalog genau aus? wg. SEA Probiererei. [/quote]

Wirkt je nach Dosis 3-5 Stunden, wobei die Hauptwirkung acuh je nach Dosis nach 2-3 Stunden weg sein sollte.

Es hilft nix: du kannst dir den SEA nicht ausrechnen, du musst es live testen. Der liegt ja nicht nur am Insulin, der liegt auch an deinem Flüssigkeitshaushalt und der hormonabhängigen aktuellen Resistenzlage.

Mein Tip:
Sammel mal über eine Woche genaue Protokolle:
- Was du gegessen hast (nicht nur die Anzahl BE)
- Was du gemessen/gespritzt hast
- Welche SEA du eingehalten hast
- Wo du nach dem Essen mit dem BZ lagst (1 Stunde danach und 3 Stunden danach.

Und das leg mal deinem Diabetesteam vor, damit ihr gemeinsam eine Optimierung finden könnt
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: hlk123 am Februar 02, 2008, 21:37
Zitat
Was genau hast du da gefrühstückt?
1 Banane und 1 Pudding.
Banane: "schlechter" Glyx.
Pudding: Glyx ?

Ich sollte beim Frühstück bei einem BE-Faktor 1,5 aufrunden. Aber weil ich vor Mittagessen öfters zittrig wurde .. habe ich abgerundet oder spritze 1 IE weniger. Mein Pen kann nicht 1/2 IE spritzen.

Zitat
Kann man mit einer SEA-Verlängerung erreichen oder mit einem niedrigerem Glykämischen Index
Ich versuche mit einer SEA-Verlängerung auf eine halbe Stunde usw.
Glykämischer Index: Diabetes Ampel wg. Glyx intensiver lesen! :)

Ich will nicht den SEA berechnen .. "nur" die quantitative Verläufe der Insulin/BZ zur Deckung bringen.

Vielen Dank für die Erklärung und den Tip.
Für das Team war nur der BE-Faktor als Drehknopf wichtig. SEA-Veränderung und Glyx .. keine Rede.
 
Zitat
Und das leg mal deinem Diabetesteam vor
Jetzt bin ich wieder z.H. .. d.h. "mein Team" besteht aus mir selber :( .. und meiner Frau. Deswegen versuche ich, "schlauer" zu werden.

Apropos .. wieso ist der glykämische Index hier angeblich in Vergleich zu Ausland (USA/Canada) weniger wichtig?
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joerg Moeller am Februar 02, 2008, 22:55
Zitat
Was genau hast du da gefrühstückt?
1 Banane und 1 Pudding.
Banane: "schlechter" Glyx.
Pudding: Glyx ?

Versuch doch mal (nur testhalber) ein Vollkornbrötchen (nicht verwechseln mit Körnerbrötchen) mit Käse oder Schinken. Wenn du bei Pudding bleiben willst wirst du wohl einen ziemlich langen SEA einlegen oder dich mit hohen pp-Werten abfinden müssen. Banane ist okay, hat einen GI von 50-60.
Aber: das war dann (bei 3 BE gesamt) bestenfalls eine Minibanane und ein Mini-Pudding

Zitat
Ich sollte beim Frühstück bei einem BE-Faktor 1,5 aufrunden. Aber weil ich vor Mittagessen öfters zittrig wurde .. habe ich abgerundet oder spritze 1 IE weniger.

Und eine Zwischenmahlzeit (z.B. ein kleiner Apfel)?

Mein Pen kann nicht 1/2 IE spritzen.

Den gibt es aber für Humalog: Humapen Luxura HD (http://www.florian-mueller.de/shop/index.php?main_page=product_info&manufacturers_id=21&products_id=1301)

Zitat
Apropos .. wieso ist der glykämische Index hier angeblich in Vergleich zu Ausland (USA/Canada) weniger wichtig?

Vermutlich weil es dafür noch keine zertifizierten Schulungsprogramme gibt und viele Diabetesberater/Diabetologen den Einfluß auf den BZ unterschätzen.
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Joa am Februar 03, 2008, 01:50
Der Verlauf des BZ ist (für mich) typisch. Hoher PP Wert und normaler BZ Wert vor Mahlzeit. Deswegen kann ich doch nicht mehr Humalog spritzen!?

Ist der Verlauf für den Vormittag typisch oder auch sonst?

Zitat

Frage:
o Wie läßt sich der PP Wert senken?  -->  < 160 mg/dl ?
 (http://[/url)

Wie ja schon gesagt, entweder was Langsames (GI)  oder längerer SEA. Wenn natürlich letzterer zum Unterzucker führt, bliebe noch eine Aufteilung des Bolus. Hälfte sofort beim Aufstehen. Den Rest dann wie üblich.

Zitat
o Wer verursacht die Abnahme des BZ um 10 Uhr, 11 und 12 Uhr? Humalog oder mein eigenes Insulin?

Da Du anscheinend bislang kein Protaphan am Morgen zuführst, ist da erst mal an die Standardverdächtige zu denken.
Die hormonell verursachte Insulinresistenz.
Neben den biorhythmischen Hormonen aus dem Dawn-Geschehen (Dawn-Phänomen), sorgt auch das Aufstehen, also der Wechsel in die Aufrechte nach dem Nachtlager, für ein weiteres hormonelles Geschehen (Aufstehphänomen).
Die dabei ausgeschütteten Hormone sind kontrainsulinär und Erhöhen den Insulinbedarf des Körpers. Werden sie nur unzulänglich mit Insulin abgedeckt, dass ein Teil dieser Hormone zur zweckgerechten Verarbeitung erbittet, sind sie verstimmt, und zeigen sich mit unerwünschten Verhaltensweisen bockig.
Meist blockieren sie dann über eine Zeit von 5 bis 6 Stunden nachhaltig den Glukosetransport der Körperzellen. Die Glukose bleibt vor der Tür (Zelle) und lässt sich als BZ messen.

Wenn dann diese Resistenzen abflauen, schlägt das gespritzte oder selbst gebastelte Insulin dann wieder dynamisch zu. Deswegen sinkt der BZ am späteren Vormittag dann entsprechend nach unten.

Schau mal das da an: http://www.forum.diabetesinfo.de/forum/index.php/topic,1652.msg14930.html#msg14930]
Frage:
o Wie läßt sich der PP Wert senken?  -->  < 160 mg/dl ?
[/quote]

Wie ja schon gesagt, entweder was Langsames (GI)  oder längerer SEA. Wenn natürlich letzterer zum Unterzucker führt, bliebe noch eine Aufteilung des Bolus. Hälfte sofort beim Aufstehen. Den Rest dann wie üblich.

Zitat
o Wer verursacht die Abnahme des BZ um 10 Uhr, 11 und 12 Uhr? Humalog oder mein eigenes Insulin?

Da Du anscheinend bislang kein Protaphan am Morgen zuführst, ist da erst mal an die Standardverdächtige zu denken.
Die hormonell verursachte Insulinresistenz.
Neben den biorhythmischen Hormonen aus dem Dawn-Geschehen (Dawn-Phänomen), sorgt auch das Aufstehen, also der Wechsel in die Aufrechte nach dem Nachtlager, für ein weiteres hormonelles Geschehen (Aufstehphänomen).
Die dabei ausgeschütteten Hormone sind kontrainsulinär und Erhöhen den Insulinbedarf des Körpers. Werden sie nur unzulänglich mit Insulin abgedeckt, dass ein Teil dieser Hormone zur zweckgerechten Verarbeitung erbittet, sind sie verstimmt, und zeigen sich mit unerwünschten Verhaltensweisen bockig.
Meist blockieren sie dann über eine Zeit von 5 bis 6 Stunden nachhaltig den Glukosetransport der Körperzellen. Die Glukose bleibt vor der Tür (Zelle) und lässt sich als BZ messen.

Wenn dann diese Resistenzen abflauen, schlägt das gespritzte oder selbst gebastelte Insulin dann wieder dynamisch zu. Deswegen sinkt der BZ am späteren Vormittag dann entsprechend nach unten.

Schau mal das da an: http://www.forum.diabetesinfo.de/forum/index.php/topic,1652.msg14930.html#msg14930

Gruß
Joa
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: Andi am Februar 03, 2008, 03:09
Apropos .. wieso ist der glykämische Index hier angeblich in Vergleich zu Ausland (USA/Canada) weniger wichtig?

Vermutlich weil es dafür noch keine zertifizierten Schulungsprogramme gibt und viele Diabetesberater/Diabetologen den Einfluß auf den BZ unterschätzen.

Da kann ich auch ein Liedchen davon singen :knatschig:
Titel: Re: Neue Leitlinie empfiehlt Blutzuckerkontrolle nach den Mahlzeiten
Beitrag von: hlk123 am Februar 03, 2008, 23:50
Zitat von: Joa
Ist der Verlauf für den Vormittag typisch oder auch sonst?
Ja. Der Verlauf am Vormittag/Nachmittag ist für mich typisch. Hoher PP Wert. Normaler Wert vor den Mahlzeiten.

Mein Diabetesberater empfahl mir den BE-Faktor probeweise zu erhöhen, um den PP-Wert zu senken. Als Folge der BZ Wert vor Mittagessen - wie erwartet - war zu niedrig. Der Vorschlag wurde zurückgenommen.

Zwischenmahlzeit (ein kleiner Apfel) habe ich genommen als Korrektur.

Ich werde Speisen mit niedrigen (grünen) GI/GL nehmen ... z.B. Vollkornbrötchen.
Da mein BMI = 26 .. kann ich mehr BE essen.