Diabetesinfo-Forum

Diabetesfragen => Allgemeiner Bereich => Thema gestartet von: Ufuk am Dezember 13, 2007, 16:33

Titel: Leben
Beitrag von: Ufuk am Dezember 13, 2007, 16:33
Hi,


kleine Frage?

Mein Diadoc sagte mir wenn ich zu mir kein Insulin infussionieren lasse  :ja: würde ich den dritten Tag nicht erleben.
Also er gibt mir keine drei Tage und würde ekelhaft enden.
Klar ist an so was zu Denken (idiotisch)  :balla:  nur ich wollte mal von Fach Arzt wissen.
Ich will mich ja nicht verrückt machen nur mich infomieren.
Viele meine Kumpels schauen mich immer so an   :nein:   
nur "ich will es wissen"   :unschuldig:

Was sagt ihr dazu? Habt ihr von eurem Doc etwa das gleiche aussage oder anders.

Viele Grüsse
Ufuk
Titel: Re: Leben
Beitrag von: vreni am Dezember 13, 2007, 16:46
ufuk,

ich kenne das Wort infussionieren (google auch nicht) nicht. Bitte erklärs mir, was gemeint ist. Meinst Du Insulin spritzen?

Was ist los?
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Ufuk am Dezember 13, 2007, 17:00
ja es heisst insulin spritzen , subkutan.   :ichbaer:
Titel: Re: Leben
Beitrag von: vreni am Dezember 13, 2007, 17:07
Danke Ufûk,

dann hast Du wohl etwas gesagt, dass den Arzt so drastisch reagieren liess. Nach drei Tagen stirbt niemand, wie man an hohem BZ sterben kann weiss ich nicht, da sind wohl erst die Spätschäden dran.............

Ich denke einfach, dass Dein  Arzt Dir verständlich machen wollte, dass Du das Insulin unbedingt brauchst.
Titel: Re: Leben
Beitrag von: brain am Dezember 13, 2007, 17:36
Das ist doch wieder etwas für Jörg ;)

Da du eine Pumpe hast wirst du ohne Insulin eine Keto bekommen (bei CSII schneller als bei ICT, sprich jeder insulinpflichtige Diabetiker bekommt sowas nach einer gewissen Zeit ohne Insulin), die zum Koma und zum Tode führen kann, wenn sie nicht mit Insulin behandelt wird bzw. du kein Insulin spritzt. Wie schnell das gehen kann weiß ich nicht und möchte es auch nicht ausprobieren, aber mit einer Pumpe kann man schneller eine Keto bekommen als einem lieb sein mag.
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Joerg Moeller am Dezember 13, 2007, 17:49
dann hast Du wohl etwas gesagt, dass den Arzt so drastisch reagieren liess. Nach drei Tagen stirbt niemand,

Drei Tage finde ich auch etwas hochgegriffen. Ich würde da mal (beim Diabetiker ohne eigene Restproduktion) 5-10 Tage ansetzen.

Zitat
wie man an hohem BZ sterben kann weiss ich nicht, da sind wohl erst die Spätschäden dran.............

Nein. Ein Diabetiker, dessen Körper kein Fitzelchen Insulin mehr herstellt und der sich auch keins spritzt braucht sich um Spätschäden keine Gedanken machen. Die er-lebt er nicht mehr.

Da ist ja nichts mehr da, das die Fettspaltung aufhalten kann. Deswegen spalten die Fette munter weiter, es entsteht immer mehr Aceton und das Blut wird immer saurer. Der normale PH des Blutes ist ziemlich eng: 7,37 bis 7,43
Unter 7,2 ist es schon knifflig und unter 7 ist es mit dem Leben nicht mehr vereinbar. Da haben wir es selbst auf Intensiv nicht immer geschafft den pH nochmal rechtzeitig anzuheben.
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Cosi am Dezember 13, 2007, 18:09
Hallo,

dazu kann ich aus eigener Erfahrung sagen, daß ich 1959 12 Tage im Koma lag und dann wieder zu mir kam. Leider hatte man damals nicht die Möglichkeit, den PH-Wert zu kontrollieren. Bevor ich ins Koma fiel, habe ich zuhause 2 Wochen lang nur Galle erbrochen und konnte nur noch Wasser trinken, das auch direkt wieder herauskam. Mit Einweisung in ein Krankenhaus war es damals nicht so einfach. Dann wurde ich doch mit einem Taxi in ein KH gefahren und von da an weiß ich nichts mehr. Mir wurde dann nur gesagt, es ist ein Wunder geschehen daß ich noch am Leben bin.

Also ich denke, so bis zu 10 Tagen kann man es überleben. Aber ich möchte so was nie wieder durchmachen, es ist ganz schrecklich.
Titel: Re: Leben
Beitrag von: vreni am Dezember 13, 2007, 18:18
Warum gibt es dann auch Diabetiker Typ I, die lange nicht erkannt werden, die müssten ja längst tot sein. Das verstehe ich nicht. Oder geht das so plötzlich ? Oder ist im Alter Diabetes I diagnostiziert etwas anderes?
Titel: Re: Leben
Beitrag von: MaKe am Dezember 13, 2007, 19:40
Hi vreni,

ich meine, dass eher die Typ2er lange nicht erkannt werden.
Beim Typ1 geht es in Relation schon recht zügig.
Allerdings hat ja auch ein Typ1er nicht von jetzt auf gleich null Insulin. Das ist ja auch ein Prozess der sich erst einmal entwickelt.

Titel: Re: Leben
Beitrag von: vreni am Dezember 13, 2007, 19:43
Ah, MaKe îch verstehe da nichts, muss das wohl so annehmen..... aber früher hat man das ja bei Kindern erst auch spät erkannt, ich lasse es offen. Danke  :)
Titel: Re: Leben
Beitrag von: maulwurfinchen am Dezember 13, 2007, 21:10
Also ich bin mind. einige Monate mit unbehandeltem Typ 1 Diabetes rumgelaufen... Um Karneval fing das mit hohem Durst und viel Urin an, allerdings da nur bei viel Kohlenhydraten (damals habe ich zwischen Fanta und Durst und immer müssen noch keinen Zusammenhang gesehen) und erkannt wurde mein Diabetes Mitte Juni... und mir gings eigentlich gut, halt viel trinken (immer mehr) und viel "müssen". Anfangs hat man ja meistens noch eigene Insulinproduktion, aber es soll ja auch Diabetiker geben, die erst bei Koma diagnostiziert werden.

Ich möchte auch nicht probieren, wie lange ich überlebe ohne Insulin. Ein Grund für mich, nie in politisch unsichere Gegenden zu reisen etc.. Restrisiko gibts immer, aber ich versuche zu minimieren. Aber so elend, wie ich mich bei kurzzeitigem Insulinmangel von einigen Stunden fühle, möchte ich davon nicht mehr  Stunden erleben, garnicht zu reden von Tagen.
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Duff Rose am Dezember 13, 2007, 22:27
Wenn man längere Zeit mir dem lebt, hat man in jedem Fall noch Restprodukiton, die wenigstens den basalbedarf abdeckt. Somit kannst du nicht "versauern", aber durchaus nach längerer Zeit Folgeschäden bekommen. Komplett ohne Restproduktion sieht es wohl ganz so aus als wären es nur wenige Tage.

Das Thema ist interessant, vor allem weil meine größte Angst ist irgendwann einmal längere Zeit ohne Insulin ausgesetzt zu sein. Im Kriegsfall zum Beispiel oder wenn ich auf einer Geschäftsreise entführt werden sollte. Ich weiß, hört sich etwas hochgegriffen an, aber sag niemals nie....
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Joerg Moeller am Dezember 14, 2007, 00:27
Warum gibt es dann auch Diabetiker Typ I, die lange nicht erkannt werden,

"Lange" ist da relativ. Genaue Zahlenwerte liegen nicht vor, aber das dürfte sich beim reinen DM1 innerhalb weniger Wochen bis Monate entwickeln. Diagnostiziert wird es, wenn weniger als 20% der sonst üblichen Betazellmasse noch biologisch aktiv ist. Von da bis zum endgültigen Aus sind es nur noch ein paar Wochen.

Die meisten DM1er haben zu Beginn auch schon eine Ketoazidose, sind aber noch nicht unbedingt komatös, weil die durch die Restsekretion milder abläuft als bei einem langjährigen DM1 (der dann ja eine Restsekretion von nahezu Null hat).

Bildlich gesprochen: legst du deine Hand auf eine heiße Herdplatte wirst du sie dir verbrennen. Besser/länger aushalten kann man es, wenn man sie auf eine kalte legt und die dann einschaltet. Und noch länger, wenn man hin und wieder etwas kaltes Wasser drübergießen kann.
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Joa am Dezember 14, 2007, 03:39
Ah, MaKe îch verstehe da nichts, muss das wohl so annehmen..... aber früher hat man das ja bei Kindern erst auch spät erkannt, ich lasse es offen. Danke  :)
Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass die Körperabwehr aktiviert wird, und fälschlicherweise dann die Beta-Zellen der BSD als Feindbild erkennt.

Oft verläuft die Entwicklung des Diabetes beim Typ 1 in Schüben. Vielfach dann auch im Zusammenhang einer anderweitig bedingten Aktivierung der Immunabwehr. Z. B. durch einen Infekt.

Hat das Immunsystem aber erst einmal die Beta-Zellen in das Feindschema eingebaut, wird es bei jeder Aktivierung wieder verstärkt auf die Betas eindreschen. Da gibt es auch kleine Unterschiede bei den verschiedenen 1er Typen. Insbesondere bei Kindern ist die Phase zwischen dem Auftreten pathologischer Blutzuckerwerte und der endgültigen Vernichtung aller Beta-Zellen meistens kurz oder sehr kurz. Wochen oder Monate.

Bei Erwachsenen kann es längere Zeit, bis etwa zwei Jahre dauern, und beim Typ 1-LADA kann das sogar erstaunlich lange gehen. Wohl schon so an 10 Jahre (oder gar länger?).

Ansonsten ist es so, dass der Typ 2 mit eigener, aber unzureichender Insulinproduktion es vorzieht, im hyperosmolaren Koma zu verscheiden, also durch Dehydration oder Flüssigkeitsverlust.

Das kann dem Typ 1 ohne eigene Insulinproduktion nicht passieren. Wie Jörg ausgeführt hat.  :zwinker:

http://www.diabetespro.de/Koma-diabeticum-Diabetes-A050805ANOND101358.html (http://www.diabetespro.de/Koma-diabeticum-Diabetes-A050805ANOND101358.html)

Gruß
Joa

Gruß
Joa
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Ufuk am Dezember 14, 2007, 03:43
ich dachte noch damals beim einlieferung ins krankenhaus jetzt hast insulin einmal bekommen jetzt verreckst,  :lachen:

also manchmal will ich es nicht glauben aber im krankenhaus sagte die dame noch was über 900mg/dl
Jörg sag mal ist so ein wert messbar?
ich musste damals im krankenhaus am tag 3 mal so lila-rotfarbige tabletten schlucken waren ungefähr sieben stück aufeinmal
was für ein Tabletten es waren weiss ich nicht mehr. Der Schwester stand und wartete vor mir wie ein Militär MP damit ich das Zeug schlucke, das war ein GRAUEN.
es hiess ich muss es schlucken weil ich dann sonst Herzstillstand kriegen kann??  Kapiere es immer noch nicht, warum.
Ich zählte beim einlieferung ungefähr so weit ich mich errinern kann so 30 Flaschen infussionen was da drinn war wüsste ich auch gerne?
Beim entlassung nach meinem Frage wie viel ich an Infussionflaschen bekam(war 1 liter pro flasche das weiss ich noch)
sagte die dame ohh dat war ungefähr 43 fläschen sie hatten keinen wasser mehr.
Verstehe eigentlich immer noch nicht?
Jörg hast du da ein Info was ich da bekam aus erfahrung vielleicht?

ah ja  :zwitscher: ich weiss noch wie die chefärztin zu dem anderem anschrie beim nach hause gehen,
das ihr mir seine blutzucker ja nicht auf 100 bringt sonst komme ich persönlich und prüfung könnts ihr vergessen.  :balla:

sie sagte zwei tage lang auf 300 peilen und dann sehr langsam auf 200 und den rest macht diabetesassistentinnen
gelle  :kratz:
ich kam mir wirklich wie ein stück fleisch vor damals
doch ein grieche war neben mir der wusste was diabetes war von seinem opa noch er selbst lag in alter von 35 jahren an herzattacke im krankenhaus die bei ihm ungelöst wieder zurück ins hausarzt geschickt wurde und nächte waren lang und erzählte so etwas die an dem moment mir eigentlich egal war.

aber zum thema was ich da bekam ?
würde ich gerne wissen? mein diadoc sagt " ich war nicht bei ihnen an dem moment"
toll oder   :banane:
Titel: Re: Leben
Beitrag von: klausing am Dezember 14, 2007, 08:35
Ufuk, wenn ich Deine Erzählungen höre, dann klingt das eher nach einem Hilfeschrei von hilflosem Personal gegenüber einem widerspenstigem Patienten.  :kratz:  :gruebeln:  :lachen:
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Alf am Dezember 14, 2007, 08:40
Immerhin scheinst Du eine fähige Chefärztin erwischt zu haben... :super:
Ich denke es gibt nach wie vor nicht wenige Ärzte, die gleich mal den BZ auf Normalniveau runterknüppeln...  :mauer:
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Joerg Moeller am Dezember 14, 2007, 11:19
also manchmal will ich es nicht glauben aber im krankenhaus sagte die dame noch was über 900mg/dl
Jörg sag mal ist so ein wert messbar?

Ja, natürlich. Der höchste den ich je gesehen habe (nicht bei mir, aber bei einem meiner Patienten) lag bei 1200irgendwas. Und der lag nicht im Koma sondern war hellwach. (Hat dann sein Insulin i.v. mit einer Pumpe bekommen und war auch bald wieder im Normbereich)

Im KH gibt es ja nicht nur die üblichen Messgeräte die wir auch zuhause benutzen sondern auch die großen Laborgeräte. Und die messen nicht nur genauer sondern decken auch einen größeren Bereich ab.

Zitat
Beim entlassung nach meinem Frage wie viel ich an Infussionflaschen bekam(war 1 liter pro flasche das weiss ich noch)
sagte die dame ohh dat war ungefähr 43 fläschen sie hatten keinen wasser mehr.
Verstehe eigentlich immer noch nicht?
Jörg hast du da ein Info was ich da bekam aus erfahrung vielleicht?

Einfach Flüssigkeit. Entweder als Natrium-Chlorid 0,9% (isotone Kochsallösung) oder Ringerlactat (eine Art hochwertiges Mineralwasser). Die meisten geben aber nur NaCl, das reicht.

Alles andere hängt dann von den Befunden ab. Infusionen dienen ja auch als Trägerlösung für Medikamente, die man i.v. geben will.

Wenn dein Blut z.B. schon sauer war (ist bei einer Entgleisung nicht selten), dann wird da auch Natrium-Bikarbonat (NaBi) dabeigewesen sein. Und wenn sie es mit dem NaBi zu sehr übertrieben haben und dein Blut so alkalisch wurde dann Salzsäure um es wieder in den Normbereich zu drücken.

Titel: Re: Leben
Beitrag von: Schnurble am Dezember 17, 2007, 12:44
Hi,

Zitat
Genaue Zahlenwerte liegen nicht vor, aber das dürfte sich beim reinen DM1 innerhalb weniger Wochen bis Monate entwickeln. Diagnostiziert wird es, wenn weniger als 20% der sonst üblichen Betazellmasse noch biologisch aktiv ist. Von da bis zum endgültigen Aus sind es nur noch ein paar Wochen.

Bei mir ging es auch ziemlich schnell - ich hatte ca. 1-2 Monate lang die typischen Symptome für hohen BZ: viel Durst, viel aufs Klos müssen, Gewichtsverlust, unscharfes Sehen (nicht dass ich damals schon gewusst hätte, dass das typisch ist, und wofür) Aber richtig schlimm wurde es dann innerhalb von 1-2 Tagen, da bekam ich Bauchschmerzen, musste mich dauernd übergeben, selbst Wasser kam wieder hoch, und da bin ich dann zum Arzt gegangen und wurde sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Da war mein Stoffwechsel schon völlig entgleist und die meinten, wenn ich noch einen Tag länger gewartet hätte, wäre ich ins Koma gefallen...

Als ich meine erste Keto mit der neuen Pumpe hatte (Katheter beim Setzen abgeknickt), kriegte ich die Übelkeit und Bauchschmerzen und Ketone +++ schon nach 3-4 Stunden (weil eben absolut kein Restinsulin mehr da war), und deshalb denke ich schon, mit null Insulin ist das Ende der Fahnenstange ziemlich nahe, durchaus in wenigen Tagen zu erreichen...

LG,
Anja
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Joerg Moeller am Dezember 17, 2007, 22:05
Als ich meine erste Keto mit der neuen Pumpe hatte (Katheter beim Setzen abgeknickt), kriegte ich die Übelkeit und Bauchschmerzen und Ketone +++ schon nach 3-4 Stunden

Wow, das ist aber wirklich schnell :staun:

Bei mir geht es nach 3-4 Stunden erst so langsam mit einer Ketose los (Ketone + bis max. ++). Deswegen habe ich auch die Regel: bist du irgendwo, wo du nicht immerhalb von 3-4 Stunden wieder zuhause sein kannst nimm wenigstens einen Notfall-Pen mit.
Titel: Re: Leben
Beitrag von: Susanne am Dezember 19, 2007, 00:14
Hallo Ufuk,

aus Deinem ersten Posting: Du schreibst da:

"Mein Diadoc sagte mir wenn ich zu mir kein Insulin infussionieren lasse   würde ich den dritten Tag nicht erleben.
Also er gibt mir keine drei Tage und würde ekelhaft enden.
Klar ist an so was zu Denken (idiotisch)    nur ich wollte mal von Fach Arzt wissen."

Heisst das, Du hast Deinen Diabetes-Arzt gefragt was passiert wenn Du gar kein Insulin mehr spritzt?  ???

Hast Du dazu gesagt, dass Dich das  interessiert, damit Du Diabetes besser verstehst?  Nein? Dann kann ich mir gut vorstellen: Dein Arzt hat sich bei der Frage geschreckt. Er hat gedacht, Du willst ausprobieren ohne Insulin leben. Das geht bei Typ 1 Diabetes nicht - wenn man lange kein Insulin bekommt kann man wirklich dran sterben. Bevor man stirbt, gibts das "diabetische Koma" - Dein Arzt hat recht, das ist sehr sehr unangenehm. Mit entsetzlichen Durst, Schmerzen, Krämpfen,.....  Dein Arzt will nicht dass Du das ausprobierst! Er macht sich Sorgen, dass Du das ausprobieren könntest, wenn er Dir nicht sehr klar sagt, wie gefährlich das ist! Er weiß sicher auch, dass es ganz unterschiedlich ist, wann jemand ins Koma fällt - das kann bei manchen wirklich schon nach kurzer Zeits ein, bei anderen erst nach einigen Tagen - ist verschieden.



ich dachte noch damals beim einlieferung ins krankenhaus jetzt hast insulin einmal bekommen jetzt verreckst,  :lachen:

also manchmal will ich es nicht glauben aber im krankenhaus sagte die dame noch was über 900mg/dl
Jörg sag mal ist so ein wert messbar?


Ja Klar, im Labor sind auch sehr hohe Zucker-Werte ganz genau messbar. Mit Deinem kleinen Messgerät geht das nicht. Es gibt so hohe und noch viel höhere Werte. Kann schon gut sein, dass der Blutzucker bei Dir über 900mg/dl war.


ich musste damals im krankenhaus am tag 3 mal so lila-rotfarbige tabletten schlucken waren ungefähr sieben stück aufeinmal
was für ein Tabletten es waren weiss ich nicht mehr. Der Schwester stand und wartete vor mir wie ein Militär MP damit ich das Zeug schlucke, das war ein GRAUEN.
es hiess ich muss es schlucken weil ich dann sonst Herzstillstand kriegen kann??  Kapiere es immer noch nicht, warum.

Es könnte sein, dass das Kalium-Tabletten waren. Bei so hohen Zucker-Werten pasiert sehr viel im Körper, das ist richtig kompliziert - und es ist auch nicht bei jedem Menschen gleich. Da ist nicht bloss der Zucker zu hoch, da kommt wegen Insulin-Mangel ja auch kein Zucker in die Zellen rein, wo er hingehört - und das kann viele verschiedene Probleme auslösen. Da können alle möglichen Dinge im Stoffwechsel durcheinander kommen. Da müssen viele Werte im Blut gemessen werden, bestimmt hat man Dir Blut abgenommen. Und je nachdem, wie hoch alle diese Werte im Blut sind, und wie es Dir geht, kann dann ein guter Arzt die richtige Behandlung verordnen. Und dann werden die Infusions-Flaschen hergerichtet und da kommt von Substanzen, von denen Du zu wenig im Blut hast, ein bisschen was hinein. Und dann misst man das wieder und macht die Behandlung weiter, bis die Blutwerte alle wieder normal sind und bis der Zucker langsam runterkommt. Das kann dauern - und viele Sachen beeinflussen sich da gegenseitig. Eine schwere Zucker-Entgleisung wie bei Dir gut behandeln ist nicht einfach, Du hast gute Ärzte gehabt. Dabei kann auch das Kalium im Blut zu niedrig sein - das könnten Kalium-Tabletten gewesen sein, manche Ärzte geben die lieber als das Kalium in die Infusion zu geben. Weil sie denken dass es so sanfter wirkt und dass es so am besten ist für Dich. Klar ist es nicht lustig viele Tabletten schlucken wenn es Dir nicht gut geht grad - aber damals war wichtiger dass Du bald aus der Zucker-Entgleisung rauskommst. Die Tabletten könen auch was anderes gewesen sein, jede Blutzucker-Entgleisung verläuft ein bisschen anders.


Ich zählte beim einlieferung ungefähr so weit ich mich errinern kann so 30 Flaschen infussionen was da drinn war wüsste ich auch gerne?

da war einfach viel Flüssigkeit drin, vor allem Wasser, und damit es Dein Körper besser verträgt, sind da auch einige Salze und Spurenelemente drin. Das kann "Ringer-Lösung" oder "NaCL" oder noch anders heissen. Die Ärzte und Schwestern wissen was damit genau gemeint ist, wichtig war damals aber nur, dass Du ausreichend lange ausreichend viel Flüssigkeit bekommen hast. Trinken kann man so viel nicht, außerdem war Dir vielleicht ohnehin übel.

Ja, das waren viele Flaschen. Wenn der Blutzucker so hoch ist wie bei Dir, dann brauchst Du das. Das haben die Ärzte sehr gut gemacht da. Sie haben gut auf Dich aufgepasst.

Eine Erklärung dazu, es gibt noch viele andere Gründe warum Du damls so viel Flüssigkeit hast bekommen müssen:

Du spürst ja sicher selbst, dass Du bei hohen Zucker-Werten häufig urinieren musst, wenn Du zum Beispiel einmal Werte über 300mg/dl hast - wenn die Zuckerwerte aber so arg hoch sind wie bei Dir damals, dann läuft da ganz viel Harn aus Dir raus - vielleicht hast Du da sogar einen Katheter an den Penis bekommen, das ist ein Schlauch, aus dem dann der Harn rinnt. Da hängt meist ein Plastik-Säckchen dran und wenn der Zucker so hoch ist wie bei Dir damals kann man da oft richtig sehen, wie es rausrinnt. Dein Körper darf aber nicht ganz austrocknen, daher muss man so lange Flüssigkeit nachfüllen, bis der Zucker wieder so niedrig ist, dass aus Dir nicht mehr dauernd Harn rausrinnt. Das kann man anders nicht stoppen.



ah ja  :zwitscher: ich weiss noch wie die chefärztin zu dem anderem anschrie beim nach hause gehen,
das ihr mir seine blutzucker ja nicht auf 100 bringt sonst komme ich persönlich und prüfung könnts ihr vergessen.  :balla:


Da hast Du eine sehr gute Chefärztin gehabt. Das hat sie das sicher jungen Ärzten erklärt, die noch lernen mussten, wie man das genau macht, so einen hohen Zuckerwert, wie Du ihn hast, gut behandeln. Sie hat recht gehabt, es wäre für Dich nicht gut gewesen, schon ganz in den ersten Tagen den Zucker auf 100 zu senken. klar willst Du das jetzt haben, und auch diese Ärztin hat gewusst wie wichtig eine gute Zucker-Einstellung später ist. Aber damals war das klug, was sie gemacht hat - Dein Körper war normale Werte um 100 gar nicht mehr gewöhnt. Und da ist es viel besser, den Zucker langsamer zu senken, so dass Du Dich wieder daran gewöhnen konntest.


sie sagte zwei tage lang auf 300 peilen und dann sehr langsam auf 200 und den rest macht diabetesassistentinnen
gelle  :kratz:


Super.

ich kam mir wirklich wie ein stück fleisch vor damals

Das glaube ich Dir. Damals war es ganz ganz wichtig, dass Du aus der schweren Zucker-Entgleisung rauskommst, dass Deine Zucker- und all die anderen Werte besser wurden. Deshalb ist es im Spital oft so, dass da am Anfang nur über diese Werte geredet wird. Vielleicht hast Du auch gesehen, dass die da vielleicht mehrere Patienten hatten, nicht nur Dich, und nicht viel mit Dir reden konnten. Auch die genaue Zuammensetzugn der Infusionen muss der Arzt festlegen, und welche Medikamente Du wann bekommen musst - das macht er aber nicht neben Dir, sondern das überlegt er sich alleine. Da schaut er sich alle Werte an, die man im Labor gemacht hat und schreibt dann den Schwestern und den jungen Ärzten ganz genau auf was sie Dir geben müssen. Und worauf sie achten müssen, wann Sie die nächste Blutabnahme machen müssen usw usw....Trotzdem wäre es besser gewesen, wenn man Dir alles erklärt hätte - das ist aber schwer, wenn der Patient noch gar nichts vom Diabetes weiß. Dafür ist leider oft viel zu wenig Zeit. Aber Deine Chefärztin hat ja ganz richtig gesagt, dass Du dann mit Diabetes-Assistentinnen arbeiten wirst.

Außerdem ist es ja klar: wenn man da die ersten Tage im Kranenhaus liegt und alle die Blutwerte in Dir und der Stoffwechsel langsam wieder normal werden, das ist anstrengend! Da kann man noch gar nicht richtig sich konzentrieren. Da knan man auch nicht lange zuhören. Da kann man noch gar nicht richtig etwas über Diabetes lernen. Da gehts erst darum, wieder gesund zu werden. Wenn schon in den ersten Tagen Dir jemand was erklärt, hättest Du es Dir wahrscheinlich gar nicht merken können.


doch ein grieche war neben mir der wusste was diabetes war von seinem opa noch er selbst lag in alter von 35 jahren an herzattacke im krankenhaus die bei ihm ungelöst wieder zurück ins hausarzt geschickt wurde und nächte waren lang und erzählte so etwas die an dem moment mir eigentlich egal war.

Ja, genau das habe ich gemeint: Dir war das damals egal, Du warst damit beschäftigt, gesund zu werden. Du hast das alles über Diabetes noch gar nicht hören wollen.

Später, als Deine Werte wieder fast normal waren, da war dann die richtige Zeit für Schulung. Und es ist immer wieder eine gute Idee, Schulung zu machen - auch zum Beispiel 2008 wieder!


aber zum thema was ich da bekam ?
würde ich gerne wissen? mein diadoc sagt " ich war nicht bei ihnen an dem moment"
toll oder   :banane:


Ja, da passiert so viel in den ersten Stunden, wenn man einen Patienten in der schweren Zucker-Entgleisung behandelt - da ist oft zu jeder Infusions-Flasche was anderes dazugemischt, je nachdem wie Deine Werte damals genau waren. Das ist viel Arbeit, das genau festzulegen und da muss der Arzt an viele Sachen gleichzeitig denken. Das alles kann man leider nicht in einen Arztbrief schreiben, da hättest Du ein dickes Buch mit nach Hause bekommen. Deshalb kann Dir hier auch niemand sagen was Du genau wann bekommen hast. Keiner von uns war dabei. Und es gibt eben nicht eine "Standard-Behandlung" für hohen Blutzucker, so einfach ist es nicht. Die Grund-Prinzipien sind immer dieselben: jeder Patient mit so hohem Zucker braucht viel viel Flüssigkeit, das ist klar - aber was genau sonst noch alles ist von Fall zu Fall verschieden.

Es ist gut gegangen und Du hast sehr gute und kompetente Ärzte gehabt, das merkt man aus dem was Du da erzählst.  :super:

Du bist sicher froh, dass Du in einem so guten Krankenhaus warst? Udn dass gerade so gute Ärzte da waren?

Ich finde es sehr gut, wie das abgelaufen ist

Grüße, Susanne

Titel: Re: Leben
Beitrag von: Ufuk am Dezember 19, 2007, 04:33
Hallo Susanne

Ein Riesen Danke Schön für dein Beitrag  :super:
(Ich könnte dir in die Hände küssen)
Ich dachte vorhin beim Lesen von deinem Beitrag als wärst du die Ärztin die an dem Zeitpunkt bei mir war  :unschuldig:  Danke

Ich hatte mein Diabetologe aus Neugier gefragt. Stimmt du hast Recht er hat mich erstmal blöd für 5 sec. angeschaut, darauf hin habe ich geantwortet (er sagte mir im ruhigem Ton) ist keine gute idee nicht mehr zu spritzen, aber ich kann dich verstehen.
Er gab mir darauf hin sein Mobilnr. in dem ich im Notsitiation ihn immer anrufen kann. Darf ihn sogar DUTZEN
Egal ob Tag oder Nacht darf immer Anrufen   :super:

eee noch ein frage susanne.
Ich hatte auch nach dem ich den ersten insulin abgabe bekommen habe, auch sehr stark verschwommen gesehen, zwar so sehr das ich keine Zeitung mehr lesen konnte. Ich war im Krankenhaus beim Augenärztin sie hatte mich untersucht und sagte alles okay. Daraufhin Diab.Assistentin sagte mir(weil ich sie immer wieder danach fragte wieso ich immer mehr verschwommen sah) Sagte sie zu mir: Ich verspreche es dir nach deinem Entlassung spätestens 2 Wochen danach siehst du 100% wieder. Es stimmte auch, ich konnte nach 2 Woche wieder sehr gut sehen.Nur meine Frage wieso ich verschwommen sah, weiss der kuckkuck immer noch?

Ah ja mein Blutdruck war auf 130 die haben mir gesagt ich brauche aber nach dem entlassung dann das Ramipril nicht mehr nehmen, und meine jetzige doc sagt er gibt zu jedem sein Typ1 oder Typ2'er Patienten ich habs auch bekommen aber hab sie abgesetzt wegen unseren Kinderwunsches.

Ringer-Lösung" oder "NaCL" oder noch anders heissen bei dem Infussionen ging es mir kurz vor dem entlassung so gut das ich mal den schwester zu mir rufte und sagte "ah legen sie mir doch noch eins"(hab aber keins bekommen) mir gefiel es deswegen weil mein Körper schön Kalt dabei wurde und ich fühlte mich ganz gut dabei (Wie HIGH)  :heilig:

Katheter ins Penis habe ich nicht bekommen aber dafür 5 leeren Flaschen die ich befüllen musste.
Schwesterin sagte (Bist ja noch jung) bisselst darein gel

Damals beim Notaufnahme:

Ich kann mich an ihre leisenen Stimme noch errinern(Ärztin) wie sie mir sagte können sie mich hören (schnick&schnaksen) Licht in mein Auge halten (wurde fasst blind)
Mir kam wie ein geschreie aber sie sagte zu mir wo tut ihnen weh.
An dem kann ich mich errinern. Ich konnte noch mit letzten kraft sagen"ich kriege keine Luft,mein Nase ist zu,mein Speichel klebt und ekelt mich dabei sehr und muss mich jeder stunde erbrechen und alle 15 minuten auf Klo.
Ich sagte bestimmt habe ich Grippe geben sie mir Antibiotika.
Sie ,(NIX da) weil wir haben einen eigenartigen Blutergebnisse von ihnen(verheimlichen sie was) sagte, nöö.
Dann kam der Rest sie lachte (uiii bestimmt ein seltener einzer ??)
nach meinem antwort wieee (sie sagte) ah nichts und soll mich jetzt entspannen und ich soll nicht einpennen (wie denn ich konnte ja nicht mal mein Mund zu machen)

Ah ja sie sagte wegen den langsamen herunter bringen meine Werte ( schön langsam sonst wird er blind,er ist noch sehr Jung) das kann ich mich auch noch errinern.

Ich wurde mit Apidra und Lantus eingestellt Lantus war 30Einheiten jetzt habe ich Pumpe.

Bin auch wirklich sehr froh und wirklich an die Leute sehr dankbar.
Mittagessen war sehr Prima  :burger: hab so gar Lasagne bekommen und mal ein 9 BE Pizza   :baeh:  kein FAKE 
Die Diabassistentin hat sogar meine Frau geschult (Glukagonspritzen)
Weiss noch wie ich danach fragte mit wegheilen?
Sie ganz spontan (Nix) aber Insulin Spritzen sogar ein Leben lang, schön ne? Ich darf das nicht  :lachen:

Noch eine Frage Susanne?

Damals also im jahr 2004 kam Insulin (Apidra) neu auf dem Markt im Deutschland.
Ich finde es immer noch blöd wieso mann mich mit wenig Studien Insulin eingestellt hat und nicht mit Humalog oder Novorapid? Das stört mich teils immer noch.

Aber ansonsten Super Krankenhaus
(click to show/hide)

Ich danke dir viel mals für deine erklärungen.

Viele Grüße
Ufuk


Titel: Re: Leben
Beitrag von: nuetzele am Dezember 19, 2007, 09:26
Hallo Ufuk,

in dem Krankenhaus war ich in den 90-er Jahren wegen einer Gallenblasenoperation auch mal.
Es war damals auch schon sehr, sehr gut.

Titel: Re: Leben
Beitrag von: Joerg Moeller am Dezember 19, 2007, 12:24
eee noch ein frage susanne.
Ich hatte auch nach dem ich den ersten insulin abgabe bekommen habe, auch sehr stark verschwommen gesehen, zwar so sehr das ich keine Zeitung mehr lesen konnte. Ich war im Krankenhaus beim Augenärztin sie hatte mich untersucht und sagte alles okay. Daraufhin Diab.Assistentin sagte mir(weil ich sie immer wieder danach fragte wieso ich immer mehr verschwommen sah) Sagte sie zu mir: Ich verspreche es dir nach deinem Entlassung spätestens 2 Wochen danach siehst du 100% wieder. Es stimmte auch, ich konnte nach 2 Woche wieder sehr gut sehen.Nur meine Frage wieso ich verschwommen sah, weiss der kuckkuck immer noch?

Das ist normal. Wenn sich dein BZ ändert, dann ändert sich auch der Glucoseanteil im Augenwasser. Und das zieht dann auch Wasser selbst mit sich. Dadurch ändert sich das Volumen deines Auges und dadurch auch die optischen Eigenschaften. Und der "Autofokus" braucht dann erst eine Zeit, bis er sich an die neuen Verhältnisse gewöhnt hat und wieder vernünftig scharf stellen kann.

Zitat
Damals also im jahr 2004 kam Insulin (Apidra) neu auf dem Markt im Deutschland.
Ich finde es immer noch blöd wieso mann mich mit wenig Studien Insulin eingestellt hat und nicht mit Humalog oder Novorapid? Das stört mich teils immer noch.

Warum? Es ist doch okay, wenn du ein zugelassenes Medikament bekommst. Und wenn du lieber ein anderes nehmen möchtest, dann sag das deinem Arzt doch mal