Diabetesfragen > Der Erklärbär - Ich will's wissen
BZ-Messgerät
Frau_Holle:
In meiner Diab-Praxis erfolgt die Vergleichsmessung so:
Hände waschen und wenn die Hände ganz trocken sind: Stupfen - und zwar so, dass ein ausreichend großer Tropfen entsteht, der das geeichte Praxisgerät versorgt und das mitgebrachte eigene Gerät. Also ganz flott mit dem gleichen Blutstropfen das Röhrchen für das Praxis-Gerät füllen und den Teststreifen für das eigene Gerät.
Im Ergebnis darf dann mein mitgebrachtes BZ-Schätzeisen um 20 % vom Wert abweichen, den die Praxis ermittelt.
Gyuri:
Die "Laborgeräte" in der Praxis sind nach meinem Wissensstand nicht geeicht und stellen somit auch keine Referenz dar. Außerdem macht es nicht viel Sinn, Messergebnisse direkt zu vergleichen, wenn sie auf grundverschiedene Methoden ermittelt werden. Selbst das Messergebnis eine externen (vermutlich sehr genauen) Labors taugt nur bedingt für Vergleiche, aber auf keinen Fall mit einer Gegenüberstellung von nur jeweils einem mit "Ungenauigkeiten" behafteten Messwertes.
Eine akzeptable Differenz von ±20% wäre schon mal ein Anfang, aber wenn es 25 oder 30% werden, kann man auch noch nicht sagen, welches Gerät bei dieser Einzelmessung welche Abweichung aufweist. ( ±30% bedeutet, dass ein Wert von 100 mg/dl auch 70 … 130 mg/dl anzeigen könnte. Würdet ihr dann euer Gerät wegwerfen?!) Ich lehne derartige Vergleichsmessungen wie sie von mancher Praxis angeboten werden als unqualifiziert ab. Fragt doch mal, ob ihr dann eure Ergebnisse zukünftig um die ermittelte Abweichung korrigieren sollt. :kratz:
Nein, ich bleibe dabei: Es ist absolut nicht nötig, unser "Schätzeisen" einer Überprüfung zuzuführen, die weder mit "Kalibrieren" noch mit "Eichen" etwas zu tun hat. Glaubt einfach Messtechnikern und Statistikern, die sich beruflich damit auseinandersetzen, dass die angebotenen Geräte für ihren Verwendungszweck genau genug sind.
Hexe:
Hallo
ich gehe schon davon aus, dass das Gerät in der Praxis geeicht ist, da wird mein Hba1c Wert ja auch mit festgestellt.
@ Amelei
wenn du zu Hause misst, und dann zum Doc gehst/fährst wie auch immer, und dann dort misst, kann es durchaus sein, dass dein BZ inzwischen höher ist. Bei mir ist die Differenz von nüchtern zu Hause gemessen bis hin zum Doc( immer noch nüchtern) und da gemessen so ca 30 bis 40mg/dl bei Werten.
Liebe Grüsse Vera
AmeLei:
Danke für eure Meinungen! Aber etwas will mir trotzdem nicht in den Kopf.
Wenn die Werte so daneben liegen dürfen mit diesen Schätzeisen, wie will man dann jemals wissen, ob man mit seinen Werten nicht doch die Nierenschwelle überschreitet? Das wäre doch aber ein extrem wichtiger Wert.
Gyuri:
--- Zitat von: Hexe am April 21, 2014, 19:54 ---Hallo
ich gehe schon davon aus, dass das Gerät in der Praxis geeicht ist, da wird mein Hba1c Wert ja auch mit festgestellt.
--- Ende Zitat ---
Das dürfte ein Irrtum sein.
Der HbA1c-Wert ist etwas ganz anderes als der Blutzucker und muss ganz anders gemessen werden. Falls es tatsächlich ein Gerät geben sollte, das beide Parameter erfasst, müssten beide Messgrößen gesondert geeicht bzw. kalibriert werden.
Dann ist es auch so, dass in Praxen in aller Regel keine echten Laborgeräte stehen. Nicht umsonst wird für ein komplettes Blutbild das Blut in ein externes Labor geschickt. Das Praxis-Gerät wird vermutlich nicht geeicht sein. Geeicht werden in aller Regel nur Messmittel, die sich über ihre Lebensdauer nicht verändern können. Alles, was sich verstellen kann, kann kalibriert werden, was aber was ganz anderes ist. Beim Kalibrieren werden rückführbare Maßverkörperungen zum Vergleich benötigt. Die gibt es für Blutzucker nicht. In solchen Fällen werden dann immer wieder von ausgesuchten Kalibrierlaboren hochgenaue Vergleichsmessungen durchgeführt. (Gyuri hat mal in so einem Labor gearbeitet, in dem 3D-Messmaschinen miteinander verglichen wurden.)
Bei unseren BZ-Messgeräten wird der Blutzucker nicht vom Gerät gemessen, sondern vom Teststreifen. Wenn überhaupt, müssten da die Streifen (=Sensoren) kalibriert werden, was ja dann eine zerstörende Prüfung wäre. Hier sind Stichproben mit statistischer Auswertung nötig und es wird auch sicher im Fertigungsprozess sichergestellt, dass eine "ausreichende Qualität" das Haus verlässt. Labor-Geräte und Praxis-Geräte arbeiten ganz anders, ohne Einweg-Sensoren.
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